Konzentrationsstörungen als psychosomatischer Komplex

Hier finden Sie eine kurze Beschreibung der Begleiterscheinungen, die gewöhnlich mit Konzentrationsstörungen einhergehen.

Ich spreche bewusst nicht von Ursachen und Wirkungen, da die einzelnen Störfaktoren der Konzentration wechselseitig aufeinander bezogen sind.

Dazu ein Beispiel:
Ist ein Schüler schlecht motiviert, leidet darunter die Konzentration.
Kann er sich nicht gut konzentrieren, leidet darunter die Leistung.
Zeigt er schwache Leistungen, leidet darunter wieder die Motivation.
Der Teufelskreis schließt sich.

Konzentrationsstörungen: 20 Punkte, die die Konzentration beeinträchtigen

Innere Ablenkungen

Dieser Schülertyp ist kontinuierlich starken inneren Impulsen ausgesetzt, die er in der Regel nicht steuern kann. Seine Impulsivität macht es ihm sowohl schwer, eigene Gedankengänge konsequent zu Ende zu denken als auch Gesprächspartnern oder Lehrpersonen über einen längeren Zeitraum aufmerksam zuzuhören. Permanent wird er von Eingebungen und Reizen überflutet, die er nicht aufschieben kann. So sind seine Gedanken und Handlungen sprunghaft und wenig systematisch.
Hauptprobleme: Geringe Steuerungsfähigkeit (Anpassung) – Reizüberflutung durch innere Impulse

Lösung einblenden

Äußere Ablenkungen

Hier kommen die Störungen der Konzentration eher von außen. Dieser Schülertyp will alles, was um ihn herum geschieht, mitbekommen. Er ist kaum in der Lage, sein Aufmerksamkeitsfeld zu begrenzen und folgt bereitwillig jedem äußeren Reiz, der in sein Wahrnehmungsfeld eindringt. Das erschwert ein konzentriertes Arbeiten.
Hauptprobleme: Geringe Steuerungsfähigkeit (Abgrenzung) - Reizüberflutung durch äußere Impulse

Lösung einblenden

Mangel an Motivation

Diese Schüler stehen mit bestimmten Lerninhalten auf Kriegsfuß, manche sogar mit fast allem, was mit dem Thema Schule zu tun hat. Sie haben eine teils bewusste, teils unbewusste Abwehrhaltung gegen Lerninhalte oder Lehrpersonen aufgebaut, die es ihnen erschwert, das abgelehnte Wissen im Gedächtnis zu speichern und später abzurufen. Solange jemand massive psychische Barrieren gegen einen Lerninhalt aufbaut, helfen weder Nachhilfe noch Strafen noch Konzentrationstraining. Das Gedächtnis tut, was der Lernende will: Es streikt!
Hauptprobleme: Schwaches Langzeitgedächtnis – Geringe Lerneffizienz

Lösung einblenden

Mangelhafte Selbstwahrnehmung

Man ist kaum in der Lage, seine eigenen Gedanken zu beobachten, noch weniger, welche Gefühle sie begleiten und zu welchen Handlungen sie führen. Dieser Typ findet sich nacheinander in verschiedenen Gemütszuständen wieder, ohne mitzubekommen, wie zum Beispiel Lust in Unlust oder eine konzentrierte Haltung in eine unkonzentrierte umkippt.
Hauptprobleme: Starke Stimmungsschwankungen – Extreme Unbeständigkeit

Lösung einblenden

Mangelhafte Selbststeuerung

Der Schüler ist nicht in der Lage zu erkennen, wann seine im Prinzip positive Spontaneität ihm schadet. Ihm fehlt die Fähigkeit, negative Gedanken, Emotionen und Handlungsimpulse zu steuern und so gerät er häufig in vermeidbare Konflikte mit Eltern, Geschwistern, Freunden, Mitschülern und Lehrern.
Hauptprobleme: Mangelndes Einfühlungsvermögen - Kommunikationsprobleme

Lösung einblenden

Blockierte Intuition

Es fehlt das Vertrauen in die Fähigkeit, Aufgaben aus eigener Kraft zu lösen. Diese Schüler neigen zu streng schematischem Lernen. Beim Büffeln praktizieren sie die Ochsentour und stehen dann oft wie der Ochs vorm Berg, wenn eine Aufgabenstellung auch nur minimal anders formuliert ist.
Hauptprobleme: Schwächen beim selbständigen Denken – Mangel an Spontaneität und Improvisationstalent

Lösung einblenden

Mangel an Achtsamkeit

Dieser Schülertyp sieht manchmal vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr und manchmal vor lauter Wald den Baum nicht. Er tut sich schwer, die organischen bzw. systematischen Zusammenhänge zwischen einem Teil und dem Ganzen wahrzunehmen und übersieht leicht Details. So verfehlt er oft das Thema oder neigt zu Flüchtigkeitsfehlern.
Hauptprobleme: Selektive Wahrnehmung – Flüchtigkeitsfehler

Lösung einblenden

Niedrige Frustrationsschwelle

Manche Schüler neigen zum schnellen Aufgeben, wenn etwas nicht direkt so funktioniert, wie sie es sich vorgestellt haben. Ein einziges Misserfolgserlebnis kann sie völlig demotivieren. In ihrem Geist macht sich Negativität breit, die weitere Misserfolge unweigerlich anzieht. Rasch befinden sie sich in einem Teufelskreis, wo nichts mehr geht.
Hauptprobleme: Plötzliche, dramatische Leistungseinbrüche – Neigung zu Wutausbrüchen und zum schnellen Hinschmeißen

Lösung einblenden

Mangel an Selbstliebe

Schüler, die unter Mangel an Selbstliebe leiden, können sich nicht so akzeptieren, wie sie sind. Irgendetwas hindert sie daran, sich andern gegenüber als gleichwertig zu empfinden. Die Folgen können sowohl Antriebslosigkeit als auch übertriebener Ehrgeiz sein. Häufig neigen diese Schüler zu krankhaftem Altruismus oder Egoismus oder einer Mischung aus beidem.
Hauptprobleme: Antriebslosigkeit – Übertriebener Ehrgeiz

Lösung einblenden

Mangel an Selbstdisziplin

Wer nicht in der Lage ist, sich selbst zu organisieren, ruft unweigerlich Disziplinierungsmaßnahmen von außen auf den Plan. Konzentriertes und engagiertes Arbeiten ist aber kaum möglich, wenn Schüler immer wieder dazu ermahnt werden müssen, ihre Hausaufgaben zu machen, ihr Zimmer aufzuräumen usw. Unter äußerem Druck wird meist nur – wenn überhaupt - das Notwendigste erledigt, und das meist auch nur flüchtig.
Hauptprobleme: Schlechte Selbstorganisation – Sehr geringe Ausschöpfung des Potenzials

Lösung einblenden

Ineffiziente Lerntechniken

Ineffiziente Lerntechniken führen nicht nur dazu, dass das Lernen mühselig wird und länger dauert, sondern verhindern auch eine optimale Abspeicherung von Informationen. Dies wiederum vermindert die Gedächtnisleistung und führt zu schlechten Noten bei jeder Art von Leistungsüberprüfung. Konzentrationsstörungen können sowohl Ursache als auch Folge falscher Lerntechniken sein.
Hauptprobleme: Mühsames, ineffizientes Lernen – Schlechte Gedächtnisleistung

Lösung einblenden

Projektionen

Schüler mit Lern- und Konzentrationsschwächen neigen manchmal dazu, die Schuld für schlechte Leistungen bei anderen zu suchen: "Die blöden Lehrer - die Eltern, die zu wenig erlauben – die nervenden Geschwister" usw. Positive Veränderungen sind aber nur möglich, wenn die Bereitschaft besteht, sich mit eigenen Schwächen auseinanderzusetzen und auf Projektionen zu verzichten.
Hauptprobleme: Mangel an Selbstkritik – Mangelnde Bereitschaft für Veränderungen

Lösung einblenden

Stress in der Familie

Dauerstress in der Familie, Konkurrenz unter Geschwistern, Scheidungssituationen, Verlustängste, Vernachlässigung sowie Überforderung durch zu hohe Erwartungen sind die häufigsten familiären Störfaktoren für die Konzentration.
Hauptprobleme: Psychischer Dauerstress – Geringes Selbstwertgefühl

Lösung einblenden

Ablenkung durch Mitschüler

Während des Schulunterrichts hat für manche Schüler die Kommunikation mit ihren Mitschülern oberste Priorität, sodass sie vom Unterrichtsgeschehen kaum etwas mitbekommen. In diesem Zusammenhang ist die Stellung, die jemand im Klassenverband einnimmt, von großer Bedeutung. Wer dort einen guten Stand hat, hat es leichter als jemand, der in einer Rolle feststeckt wie etwa der Clown oder der coole Leistungsverweigerer.
Hauptprobleme: Feststecken in einer Rolle – Geistige Abwesenheit im Unterricht

Lösung einblenden

"Blöde Lehrer"

Man lernt nur von dem, den man liebt, hat Goethe einmal gesagt. Ein problematisches Verhältnis zum Lehrer kann die Motivation und Konzentration eines Schülers stark beeinträchtigen. Persönliche Aversionen übertragen sich auf die Lerninhalte. Im Extremfall können sie zu Lernblockaden und totaler Leistungsverweigerung führen.
Hauptprobleme: Lehrerspezifische Lernblockaden – Leistungsverweigerung

Lösung einblenden

Ablenkungen am Arbeitsplatz

Häufig befinden sich im selben Raum, wo die Schüler lernen, leicht verfügbare Möglichkeiten der Ablenkung wie Computerspiele, Fernseher oder Musikanlagen. Die Versuchung ist dann groß, sich zwischendurch mit angenehmeren Dingen als dem Lernen zu beschäftigen. Während des Lernens kreisen die Gedanken oft um die schönen Dinge in nächster Umgebung. Der Körper sitzt am Schreibtisch, der Geist ist anderswo (lateinisch: alibi).
Hauptprobleme: Mangelnde Konzentration bei Hausaufgaben – Langwieriges, ineffizientes Lernen

Lösung einblenden

Pubertätskrise

Die Pubertät ist eine Phase schneller und tief greifender Veränderungen im körperlichen, geistigen und seelischen Bereich. Besonders bei Jungen kommt es in dieser Zeit zu extremen Schwankungen der Konzentration, häufig auch zu allgemeiner Lernunlust und plötzlicher Verschlechterung der schulischen Leistungen.
Hauptprobleme: Verwirrung der Gedanken und Gefühle – Identitätsverlust

Lösung einblenden

Blockaden

Von Blockaden spricht man, wenn der Energiefluss auf körperlicher und geistiger Ebene gehemmt ist. Das kann verschiedene Ursachen haben (siehe Seite Blockaden). Es kommt zur Verringerung der Konzentrationsfähigkeit bis hin zum punktuellen Versagen des Gedächtnisses (Blackout).
Hauptprobleme: Akutes Versagen beim Abspeichern (Lernblockade) und Abrufen (Gedächtnisblockade) von Informationen – Chronisch geringe Ausschöpfung des eigenen Potenzials

Lösung einblenden

Schwache Atmung

In psychischen Stresssituationen verflacht unsere Atmung, und das Gehirn wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dadurch wird die mentale Leistungsfähigkeit eines Schülers drastisch eingeschränkt. Konzentriertes Lernen ist dann ebenso wenig möglich wie das Abrufen von Informationen aus dem Gedächtnis wie zum Beispiel bei Klassenarbeiten oder in Prüfungen.
Hauptprobleme: Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff – Akuter Leistungsabfall

Lösung einblenden

Körperliche Beschwerden

Fühlt ein Schüler sich körperlich nicht wohl, weil er zum Beispiel unter Kopfschmerzen, Magenschmerzen oder Allergien leidet, kann er sich auch bei bestem Willen und größter Anstrengung nicht gut konzentrieren.
Hauptprobleme: Mangel an Vitalität – Eingeschränktes Denkvermögen

Lösung einblenden