Blockaden und Lernblockaden

               Themenübersicht

  1. Was ist eine Blockade im psychologischen Sinne?
  2. Wie Prüfungs- und Lernblockaden entstehen
  3. Beispiel für eine typische Lernblockade
  4. Blockadenanalyse
  5. Auflösung physischer Blockaden
  6. Auflösung von Lernblockaden und Prüfungsblockaden

 
I. Was ist eine Blockade im psychologischen Sinne?

Unter einer Blockade im psychologischen Sinne versteht man die Unfähigkeit einer Person, ihr spezifisches Potenzial zu einem bestimmten Zeitpunkt annähernd optimal abrufen zu können, wie zum Beispiel bei Klassenarbeiten in der Schule oder bei Wettkämpfen im Sport.

Blockaden können verschiedene Ursachen haben und bedürfen einer entsprechend differenzierten Behandlung. Da jede Blockade eine mentale und eine physische Komponente hat, kann sie als psychosomatischer Komplex betrachtet werden, bei dem der Energiefluss in Körper und Geist ins Stocken geraten ist.

Der Schweregrad einer Lernblockade kann daran abgelesen werden, in welchem Maße das Gehirn eines Kindes zu einem bestimmten Zeitpunkt lahmgelegt ist. Wenn das Gehirn in seiner Funktion extrem eingeschränkt ist und einem die einfachsten Dinge nicht mehr einfallen, können im Falle einer Denk- oder Lernblockade die Konzentrationsstörungen so ausgeprägt sein, dass man von einem Blackout spricht.

Das menschliche Gehirn blockiert besonders stark, wenn die betreffende Person sich in einer extremen Stresssituation  befindet. Dies kommt häufig in Prüfungssituationen vor. Dann kann die Blockierung zeitweise so stark sein, dass das Gehirn den Zugang zu abgespeicherten Informationen vorübergehend verweigert. Die Daten sind zwar noch auf der Festplatte, doch der Schüler findet keinen Link, mit denen er die Infodatei öffnen kann. In diesem Fall spricht man von einer Prüfungsblockade.

 
II. Wie entstehen Prüfungs- und Lernblockaden?

Blockaden werden hauptsächlich durch verschiedene Formen von Angst ausgelöst.
Ihr gemeinsamer Nenner und der unmittelbare Auslöser einer Blockade ist die Angst vor dem Versagen, dem Zweifel, bestimmten Erwartungen oder Anforderungen nicht gerecht werden zu können.
Zu den häufigsten Ursachen für Versagensängste gehören:

  • Angst vor Blamage
  • Angst vor Sanktionen
  • Angst vor Liebesentzug
  • Angst vor mangelnder Selbstdisziplin
  • Angst vor sozialer Ausgrenzung

Hier eine kurze Beschreibung der Ängste mit Beispielen für negative Programmierungen und Konditionierungen:

Angst vor Blamage

Die Angst vor Blamage basiert auf zu hohen Erwartungen an sich selbst oder Erwartungen anderer, von denen man glaubt, ihnen nicht gerecht werden zu können.

Negative Programmierung:

"Ich versage, wenn es darauf ankommt". "Du könntest viel mehr, wenn du wolltest".

Negative Konditionierung:

Die Messlatte wird – vom Schüler selbst oder von anderen – immer etwas höher gelegt, als der Schüler zu überspringen imstande ist - ein idealer Nährboden für Prüfungs- und Lernblockaden.

Angst vor Sanktionen

Die Angst vor Sanktionen beruht auf der Erfahrung, dass der Schüler für schlechte Leistungen bestraft wird.

Negative Programmierung:

"Wenn ich die Arbeit verhaue, darf ich nicht mehr Fernsehen, Computerspielen usw."

Negative Konditionierung:

Negativität als Versagen wird mit Negativität in Form von Bestrafung bekämpft.

 Angst vor Liebesentzug

Die Angst vor Liebesentzug entsteht aus der Erfahrung, dass der Schüler mehr positive Zuwendung bekommt, wenn er gute schulische Leistungen zeigt.
 Negative Programmierung:

"Wenn ich schlecht bin in der Schule, werden mich meine Eltern im Stich lassen".
"Wenn du die Versetzung schaffst, werde ich wieder mehr mit dir unternehmen".
 Negative Konditionierung:

Der Schüler spürt, dass seine schulischen Leistungen Einfluss auf das Familienklima haben.
Das setzt ihn zusätzlich unter Druck und provoziert Lernblockaden.

Angst vor mangelnder Selbstdisziplin

Die Angst vor mangelnder Selbstdisziplin basiert auf der Erfahrung, dass der Schüler nicht in der Lage ist, wichtige Aufgaben zu erledigen, selbst wenn er deren Notwendigkeit einsieht.

Negative Programmierung:

"Aus mir kann nie was werden, weil ich mich einfach nicht zum Arbeiten zwingen kann".
"So faul wie du bist, brauchst du dich über deine Noten nicht zu wundern".

Negative Konditionierung:

Bei der Erledigung unangenehmer Arbeiten flieht der Schüler immer wieder in angenehme Gedanken und innere Bilder, die ihm signalisieren,  was er stattdessen tun könnte.

Angst vor sozialer Ausgrenzung

Die Angst vor sozialer Ausgrenzung resultiert aus der Erfahrung, dass in der Gesellschaft die
Verteilung von materiellen Gütern und sozialem Prestige primär an Leistungen gekoppelt ist, die er sich nicht zutraut

Negative Programmierung:

"Wenn ich die Schule nicht schaffe, werde ich Filmstar, Profifußballer usw." "Ohne einen guten Schulabschluss steht man heutzutage mit einem Bein auf der Straße".

Negative Konditionierung:

Der Schüler glaubt nicht an seinen Erfolg in Schule und Beruf und sieht deshalb keinen Sinn darin, sich für seine Zukunft anzustrengen. Lern- und Prüfungsblockaden haben bei ihm ein leichtes Spiel.

 
III. Ein typisches Beispiel für die Entstehung einer Lernblockade

Liza (12) war eine gute Grundschülerin. Wie viele andere Kinder hatte sie Anpassungsprobleme beim Wechsel auf die weiterführende Schule. In der 5. Klasse schreibt sie ihre ersten beiden Fünfen in Mathe. Beim Elternsprechtag erklärt der Mathelehrer, Liza sei mathematisch unbegabt und empfiehlt Nachhilfe. Trotz vieler Nachhilfestunden und fleißigem Üben verbessern sich ihre Noten nicht nennenswert, da Liza unbewusst nicht mehr an ihre Fähigkeiten glaubt. Sie beginnt Mathe zu hassen und lernt nur noch aus Pflichtgefühl und Ehrgeiz.

Obwohl sie den Stoff vor den Klassenarbeiten recht gut beherrscht, schreibt sie weiterhin nur Vieren und Fünfen in Mathe, während sie in den anderen Fächern im Durchschnitt um zwei Noten besser ist. Ohne dass ihre Eltern sie drängen, spürt Liza, wie viel Bedeutung sie der Schule beimessen und möchte sie nicht enttäuschen. Während der Mathearbeiten ist sie völlig verkrampft.

Wie sich später herausstellt, ist ihre Atmung in diesen Situationen extrem flach, sodass ihr Gehirn nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt wird und ihr Denkvermögen entsprechend eingeschränkt ist. Da sie davon nichts mitbekommt, glaubt sie, ihr Bestes gegeben zu haben und ist immer wieder enttäuscht, wenn sie ihre Mathearbeiten zurückbekommt.

In diesem Beispiel sind für das Entstehen der Lern- und Prüfungsblockade zwei Hauptelemente verantwortlich: die negative Programmierung durch den Mathelehrer und Lizas unbewusste Angst vor Liebesentzug. Da jede Blockade ihre eigenen Ursachen hat und einen unverwechselbaren Verlauf nimmt, der bei jedem Schüler anders ist, führe ich in meiner Kölner Praxis jeweils eine individuelle Blockaden-Analyse durch, bevor ich ein Konzept zur Auflösung der Blockade entwickle.


Verlauf einer Matheblockade am Beispiel eines zwölfjährigen MädchensObwohl der Anteil von Jungen in meiner Praxis durchschnittlich bei etwa 70 Prozent liegt, ist jeder zweite Schüler mit einer spezifischen Matheblockade ein Mädchen.

Inzwischen habe ich Hunderte von Schülern und Schülerinnen mit einer starken Mathematik-Schwäche betreut, und da ich nie an den Machospruch geglaubt habe, dass Mädchen einfach zu blöd für Mathematik seien, wollte ich irgendwann eine plausible Erklärung für das Phänomen finden.

Ich fragte mich, welche besonderen Eigenschaften zeichnen Kinder aus, die Probleme mit mathematischen Aufgaben haben, vielleicht sogar positiv auf Dyskalkulie getestet wurden?


Dass Kinder sich in der Regel schwerer tun mit dem abstrakten Denken als Erwachsene, erklärt keineswegs die unterschiedliche Betroffenheit von Jungen und Mädchen. Doch fiel mir schließlich auf, dass die Anfälligkeit für eine Matheblockade - unabhängig vom Geschlecht - dann signifikant größer ist als bei gleichaltrigen Schülern, wenn diese beiden Eigenschaften besonders ausgeprägt sind:
1. ein extrem gut entwickeltes bildhaftes Vorstellungsvermögen und
2. eine ungewöhnlich starke Empfänglichkeit für emotionale Impulse, sowohl für angenehme wie unangenehme Gefühle. Beide Eigenschaften verstärken die allgemeine Abstraktionsschwäche bei Kindern.

Schließlich kommt noch ein kindliches Bedürfnis hinzu, dass wohl nirgends so frustriert wird wie in der Mathemathik. Es ist die fantastische kindliche Begeisterungsfähigkeit, die überall dort entflammt wird, wo es etwas zu entdecken gibt. Außer für professionelle Mathematiker und selbst für diese gibt es in der Mathematik aber nichts zu entdecken, auch wenn Mathematiklehrer gern das Gegenteil behaupten.

Eine mathematische Aufgabe lösen heißt für einen Schüler, einen Prozess gedanklich nachvollziehen, der von Anfang bis Ende vorbestimmt ist. Eine ehemalige Schülerin von mir meinte, komplizierte Matheaufgaben seien eher etwas für Computer, die diese nicht nur viel besser erledigen könnten, sondern die auch noch weniger darunter litten.

Ich gab ihr Recht und empfahl ihr bezüglich der Mathematik eine Diätetik der Sinnerwartung im Sinne des Philosophen Odo Marquard, der damit meinte, dass der bewusste Verzicht auf Sinn, dort wo man eh keinen sieht, Kräfte frei setzten kann für pragmatische Lösungen. Wenn Liza ab sofort nur Mathe lernt, um sich mit einer guten Note zu belohnen oder um sich darin zu stärken, sich auch bei massiver Unlust durchbeißen zu können, werden sich ihre Widerstände gegen das "Mathelernen" bereits ein wenig verringern. Um zusätzlich die Lust am Lernen zu steigern, empfehle ich Eltern - vor allem für Grundschulkinder und Schüler der Unter- und Mittelstufe - beim gemeinsamen Mathelernen überall dort, wo es möglich ist, aus einer trockenen Aufgabe ein Spiel zu machen.

 
IV. Blockaden-Analyse


Drei Arten von Blockaden

1. Potenzialblockade
2. Lernblockade
3. Blockade in Stresssituationen wie Prüfungen, Tests, Klassenarbeiten usw.

  • Potenzialblockade

    Wenn das gesamte oder große Teile des Potenzials blockiert sind, kann ein Schüler es in keinem Tätigkeitsbereich auch nur annähernd voll ausschöpfen, unabhängig davon, ob ihm eine Sache Freude macht oder nicht. Er bleibt in der Schule ebenso weit hinter seinen Fähigkeiten zurück wie bei seinen Freizeitaktivitäten.

    Man könnte ihn für auf der ganzen Linie unbegabt halten, wenn sein wahres Potenzial nicht in seltenen Ausnahmesituationen aufblitzen würde. Zu den häufigsten Ursachen für eine Potenzialblockade gehört eine auf geringem Selbstwertgefühl basierende Selbstunsicherheit.

  • Lernblockade

    Der Verdacht auf eine Lernblockade ist grundsätzlich gegeben, wenn ein beträchtlicher Unterschied besteht zwischen dem kognitiven Potenzial eines Schülers und dessen tatsächlichen schulischen Leistungen. Legt man diesen Maßstab zugrunde, dann sind die wenigsten Schüler in der Lage, ihre Fähigkeiten auch nur annähernd in Leistung umzusetzen. Dazu zählen auch überdurchschnittlich begabte und sogar hochbegabte Schüler, die aufgrund ihrer schlechten Schulleistungen oft völlig falsch eingeschätzt werden.

    Nach meinen Erfahrungen machen klassische Konzentrationsübungen bei Kindern, die von einer Lernblockade betroffen sind, keinen Sinn. Will man deren Konzentration verbessern, führt kein Weg daran vorbei, die Blockadeauslöser zu erforschen und zu beseitigen, mindestens aber zu minimieren. Bei einer Lernblockade versagen alle noch so gut gemeinten Tipps zur Steigerung der Konzentration.

  • Prüfungsangst und Prüfungsblockade

    Eine Prüfungsangst in Verbindung mit einer Prüfungsblockade liegt vor, wenn ein Schüler ausschließlich in bestimmten Situationen wie etwa bei Prüfungen oder Klassenarbeiten versagt. Bei manchen Schülern setzen diese Blockaden generell bei Prüfungsstress ein, bei anderen treten sie nur in bestimmten Fächern oder bei bestimmten Lehrern auf.

    Ein typisches Beispiel ist die weiter oben beschriebene Mathe-Blockade bei Schülern, die ansonsten durchgängig gute Leistungen zeigen. Zwar ist Angst die Hauptursache für Prüfungsblockaden, doch es gibt zwei Schülertypen, die sich dadurch unterscheiden, wie sie mit der Angst umgehen. Typ 1 spürt die Angst, zum Beispiel bei einer Klassenarbeit, und ist sich des Versagens weitestgehend bewusst. Wenn er am Ende unter seiner Klassenarbeit bzw. Schulaufgabe ein Wort mit zehn oder mehr Buchstaben vorfindet, ist er nicht überrascht.

    Anders Typ 2, den ich als Prüfungseuphoriker bezeichne, der nach einer "total verhauenen" Arbeit frohgemut nach Hause kommt und die Frage "Wie ist es gelaufen?" aus voller Überzeugung mit "gut!" beantwortet. Ich vermute, dass bei diesem Schülertyp das Gehirn besonders viele Glückshormone ausschüttet, um das Schmerzempfinden vor der Wahrnehmung der Realität zu schützen.

Um festzustellen, wie viel Potenzial bei einem Schüler blockiert ist, muss man zunächst einmal wissen, über wie viel Potenzial er verfügt. Häufig klärt sich diese Frage bereits beim ersten Gespräch mit den Eltern, die Auskunft darüber geben, wie sich das Verhältnis von Potenzial und Leistung bei ihren Kindern in den zurückliegenden Schuljahren entwickelt hat. Nicht selten haben Eltern das Potenzial ihrer Kinder bereits testen lassen.

Die klassische Methode dafür sind Intelligenztests, die jedoch in der Regel nur einen sehr begrenzten Ausschnitt des kognitiven Potenzials einer getesteten Person erfassen. So paradox es klingen mag, ich beobachte bei meinen Schülern häufig, dass bei einem außergewöhnlich hohen Potenzial auch die Gefährdung besonders groß ist, dass es an irgendeiner Stelle blockiert.

Viel aussagekräftiger als Intelligenztests sind die Leistungsspitzen, die Schüler erreichen, wenn sie hoch motiviert und gut vorbereitet an eine Aufgabe herangehen. Zu diesem Zweck habe ich ein Testverfahren entwickelt, bei dem die Leistungen der Schüler gemessen werden, einmal unter extrem positiven Rahmenbedingungen wie einer klaren Aufgabenstellung, angemessenem Schwierigkeitsgrad, optimaler innere und äußere Motivation sowie einer entspannten Lernsituation und einmal unter entsprechend negativen Rahmenbedingungen. Je unterschiedlicher das Ergebnis der beiden Tests ausfällt, desto größer ist in der Regel das brachliegende Potenzial, das durch die Auflösung der Blockaden fruchtbar gemacht  und ausgeschöpft werden kann.

Hat sich in ersten Gesprächen und Tests der Verdacht erhärtet, dass ein Kind von einer der drei Blockade-Arten betroffen ist, ohne dass neurologische Ursachen dafür infrage kommen, werden folgende Punkte geklärt:

Leidet der Schüler unter einer oder mehreren der fünf weiter oben beschriebenen Ängste?

Welche negativen Programmierungen und Konditionierungen liegen vor? siehe: Text oben mit blauem Hintergrund

Welche Teilpersönlichkeiten begünstigen die Entstehung spezifischer Blockaden?

Wann und wo treten die Blockaden auf, und welche körperlichen, geistigen und seelischen Begleiterscheinungen gehen damit einher? siehe: Blockaden-Kreislauf

Welche der unter Was stört die Konzentration aufgeführten 10 Punkte tragen zur Verursachung oder Verschlimmerung der Blockaden bei?

 
V. Auflösung von physischen Blockaden

Energieblockaden sind ein psychosomatischer Komplex. Liegt eine psycho-mentale Blockade vor wie etwa eine Lernblockade, eine Prüfungsblockade oder ein Trauma, dann ist davon auch die Wirbelsäule mehr oder weniger stark betroffen.

Durch mittelstarken Druck mit dem Daumen auf die einzelnen Wirbel kann man ertasten, ob und wie stark ein Wirbel energetisch blockiert ist. Wenn Sie den Test mit Ihrem Kind machen wollen, empfehle ich Ihnen folgende Vorgehensweise:

Die Wirbelsäule vom Halswirbel bis zum Steißbein
1 = 7 Halswirbel
2 = 12 Brustwirbel
3 = 5 Lendenwirbel
4 = 5 Kreuzwirbel = Kreuzbein
5 = 3-5 Steißbein
      1. Stellen Sie durch Konsultation eines Facharztes sicher, dass kein orthopädischer Befund vorliegt.

      2. Tasten Sie durch mittelstarken Druck mit dem Daumen sämtliche Wirbel vom obersten Halswirbel bis zum untersten Steißwirbel ab.

      3. Lassen Sie sich von Ihrem Kind ein Schmerz-Feedback geben auf einer Skala von 0 bis 10. | 0 = kein Schmerz, 10 = extremer Schmerz. Verringern Sie sofort den Druck, wenn zum ersten Mal "10" als Wert angegeben wird.

      4. Notieren Sie sich die Höchstwerte für alle fünf Wirbelgruppen. Sollte ein einzelner Wirbel aus der Gruppe nach oben hinausragen, merken Sie sich diesen Wirbel.

      5. Führen Sie eine komplette sanfte Wirbelsäulenmassage durch, und benutzen Sie dabei ein Massageöl. Der Mittelfinger kreist mit geringem Druck um die einzelnen Wirbel. Unterstützend kreisen Zeige- und Ringfinger seitlich des Wirbels. Kreisen Sie stets sanft auf Ihren Körper zu. Eine komplette Wirbelsäulenmassage sollte etwa eine Minute dauern und insgesamt dreimal hintereinander ausgeführt werden. Gegebenenfalls werden besonders stark betroffene Wirbel anschließend noch einmal für circa 30 Sekunden nachbehandelt.

      6. Überprüfen Sie, ob auch die Rückenmuskulatur betroffen ist, indem Sie mit dem Nagel eines Mittelfingers den Rücken abtasten. Verwenden Sie dabei wieder eine Schmerz-Skala von 0 bis 10. Bei Werten oberhalb von 5 ist eine komplette Rückenmassage zu empfehlen, die je nach Schmerzstärke zwischen fünf und zehn Minuten dauern sollte. Wiederholen Sie die Wirbelsäulen- und/oder Rückenmassage mindestens ein Mal pro Woche, bis eine deutliche Linderung eingetreten ist.

      7. Beachten Sie unbedingt, dass die Wirbelsäule ein empfindliches Organ ist. Wenn ein medizinischer Befund vorliegt, sollten Sie Massagen nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt durchführen. Unabhängig davon, sollten Sie den Druck unverzüglich reduzieren, wenn Ihr Kind an einer bestimmten Stelle starke Schmerzen empfindet. Für unsachgemäße Behandlungen kann ich keine Verantwortung übernehmen.

So wohltuend und heilsam sanfte Wirbelsäulen- und Rückenmassagen auch sein mögen, vergessen Sie bitte nicht, dass Sie dabei Symptome behandeln, die sich immer wieder erneut verstärken, solange deren Wurzeln unbehandelt bleiben. Um Ihnen die Suche nach den primären Quellen für Energie- und Leistungsblockaden zu erleichtern, nenne ich im folgenden die nach meinen Erfahrungen häufigsten Ursachen für Blockaden in den einzelnen Wirbelgruppen sowie Ansatzpunkte für deren Auflösung. In Klammern finden Sie die ungefähre Prozentzahl der stark betroffenen Wirbelgruppen, wie ich sie bei Kindern und Erwachsenen in meiner Praxis erlebt habe.

      1. Halswirbel (75 %)
        Häufige Ursachen:
        Leistungsdruck – das Gefühl, die aufgebürdeten Lasten nicht tragen und den Anforderungen nicht gerecht werden zu können – dauerhafte innere Anspannung, die nicht zwangsläufig äußerlich sichtbar werden muss.
        Was diese Kinder besonders brauchen:
        Atem- und Entspannungsübungen – ganzheitliches Biofeedback auf der geistigen, seelischen und körperlichen Ebene mittels eines hohen Gewahrseins und Spürbewusstseins – Hilfe bei der Selbstorganisation.

      2. Brustwirbel (15 %)
        Häufige Ursachen:
        Traumatische Erlebnisse – das Gefühl, nicht ausreichend verstanden, akzeptiert und geliebt zu werden.
        Was diese Kinder besonders brauchen:
        Einfühlsame Beschäftigung mit inneren Bildern – Traumarbeit und Fantasiereisen – gezielte Hilfe beim Aufspüren und der Aufarbeitung traumatisierender Erlebnisse.

      3. Lendenwirbel (20 %)
        Häufige Ursachen:
        Starke Bevormundung durch Erziehungspersonen > nicht wissen, was man selber will, was einem große Lust bereitet > allgemeine Antriebslosigkeit – mangelnde körperliche und geistige Beweglichkeit.
        Was diese Kinder besonders brauchen:
        Stärkung von Intuition und Bauchgefühl – weitgehender Verzicht auf Einwirkung von außen – Förderung selbständigen Denkens und Handelns.

      4. Kreuzbein (15 %)
        Häufige Ursachen:
        Hohe Vitalität und starkes Selbstbewusstsein in Verbindung mit äußeren Schicksalsschlägen wie Unfall oder der Verlust nahestehender Menschen – Diese Blockaden sind oft sehr heftig, lösen sich aber unter günstigen Voraussetzungen meist von selbst wieder auf.
        Was diese Kinder besonders brauchen:
        Diese Kinder wollen vor allem in Ruhe gelassen werden – hilfreich sind Bezugspersonen, die ihnen zutrauen, dass sie den Weg aus der Krise alleine schaffen.

      5. Steißbein (70 %)
        Häufige Ursachen:
        Existenzielle Selbstzweifel trotz hohem Entfaltungs- und Leistungspotenzials – starkes Kontrollbedürfnis – mangelnde Erdung – Angst vor dem Tod - mangelndes Urvertrauen.
        Was diese Kinder besonders brauchen:
        Vertrauen, Selbstvertrauen, Urvertrauen – Synchronisation von rechter und linker Gehirnhälfte – Übungen, die den Energiefluss harmonisieren wie Reiki oder energetische Polarisation.

 
VI. Übungen zur Auflösung von Lernblockaden und Prüfungsblockaden

Fast alle Übungen, die ich entwickelt habe und die ich Ihnen auf dieser Website zur Verfügung stelle, sind geeignet, um sämtliche Formen von Blockaden zu erkennen und aufzulösen: Körperliche Blockaden, Denkblockaden, Lernblockaden oder Prüfungsblockaden. Die Breitenwirkung dieser Übungen erklärt sich dadurch, dass Blockierungen im menschlichen Organismus ausschließlich psychosomatischer Natur sind.

Jeder Gedanke, jedes innere Bild verändert sowohl unsere körperliche wie emotionale Verfassung und beide spiegeln sich wiederum in den Gedanken und Vorstellungen wider. Da ein ganzheitlicher oder systemischer Ansatz all diese Wechselwirkungen permanent im Auge behalten sollte, ist es nicht verwunderlich, dass es auf dieser Website kaum eine Übung gibt, von der Schüler mit Lernblockaden im weitesten Sinne nicht profitieren könnten. 

Übungen, bei denen es um eine Verbesserung von Techniken der Selbstbeobachtung und des Spürbewusstseins geht, führen zwar bei den meisten Schülern schneller zur Auflösung von Blockaden, die das Lernen behindern, doch es gibt auch zahlreiche Ausnahmen, bei denen der Durchbruch durch andere Techniken und Übungen besser gelingt. Die Arbeit mit Teilpersönlichkeiten zum Beispiel, die kaum jemand mit der Auflösung von Lernblockaden in Verbindung bringen würde, kann durchaus eine Blockaden-Ursache an die Oberfläche holen, die mit anderen Techniken nur schwer zu finden gewesen wäre.

Um die jeweils optimale Technik zu finden, gehe ich bei der Arbeit mit meinen Schülern folgendermaßen vor:

1. Die Schüler, manchmal auch die Eltern, beschreiben so detailliert wie möglich eine Situation, in der das Kind, der Jugendliche oder Student vorübergehend keinen Zugang zu Informationen hatte, die in seinem Gehirn abgespeichert waren.

2. Durch gezielte Fragen werden die genauen Umstände rekonstruiert, die vor, während und nach dem Ereignis herrschten.

3. Oft reicht ein Gespräch aus, um die wichtigsten Punkte in Erinnerung zu rufen. Falls die Ergebnisse nicht zufriedenstellend sind, wird unter leichter Tiefenentspannung eine Blockaden-Rekonstruktion durchgeführt.

4. Danach wissen wir mehr darüber, wie die Blockade ausgelöst wurde und wie sie sich auf die mentale, körperliche und emotionale Verfassung ausgewirkt hat.

5. Je nachdem, welcher der drei Bereiche durch den Blockadezustand am meisten in Mitleidenschaft gezogen wurde, können nun spezifische Übungen, zum Beispiel für die Auflösung einer Lernblockade ausgewählt werden.

6. Da Lern- und Prüfungsblockaden praktisch immer einhergehen mit einer Schwächung des Atemsystems, gehören Atemübungen zum Standard bei Blockaden aller Art.

7. Der Schüler praktiziert die ausgewählten Übungen und beobachtet genau, welche Wirkungen er damit erzielen konnte.

8. Der Schüler reduziert seine Übungen auf einige wenige, die sich als besonders effizient erwiesen hatten.

9. Führt der Schüler seine Übungen über einen Zeitraum von zwei bis vier Monaten durch, bilden sich gewöhnlich Automatismen, die ein weiteres Üben überflüssig machen.

10. Da es bei den meisten Übungen nur um Beobachtung geht, reichen in der Regel insgesamt fünf bis zehn Stunden aus, um die Blockaden aufzulösen oder zumindest spürbar zu verringern.