Ganzheitlich lernen

 

Nachhilfe oder nachhaltige Hilfe?


Was ganzheitliches Lernen bedeutet, lässt sich am einfachsten an seinem extremen Gegensatz verdeutlichen: Nachhilfe. Bei dieser geht es um die Beseitigung eines einzigen Symptoms = Leistungsdefizit mithilfe eines einzigen Mittels = fachliche Förderung. Im Gegensatz dazu setzt das ganzheitliche Lernen nicht beim Symptom an, sondern bei dessen Wurzeln. Bei jeder Fördermaßnahme kann es sinnvollerweise nur darum gehen, die Kluft zwischen Potenzial und Leistung zu verringern. Zwei Fragen stehen deshalb im Mittelpunkt des ganzheitlichen Lernens:

  1. Was verhindert die optimale Entfaltung des Potenzials?
  2. Wie lassen sich die Hindernisse wirksam beseitigen?

Erste kurze Antworten auf diese Fragen finden Sie auf den Seiten Was stört die Konzentration? und Was fördert die Konzentration? Dort werden die wichtigsten Faktoren beschrieben, die die Konzentrationsfähigkeit eines Schülers fördern bzw. schwächen können. Auf den anderen Themenseiten gehe ich auf die Punkte ein, die vormittags in den Klassenzimmern und nachmittags zu Hause darüber entscheiden, ob rund um das Thema Schule - für die Schüler selbst wie für ihre Eltern - Entspannung oder Stress vorherrschend sind.

Ungeachtet der komplexen Ursachen, die für Leistungsdefizite verantwortlich sind, verordnen viele Eltern ihren Kindern Nachhilfe, wenn diese nicht die gewünschten schulischen Leistungen bringen, wodurch sie den Stress oft noch vergrößern. Über Risiken und Nebenwirkungen sind sich die wenigsten im klaren. Nachhilfe ist wie Pillenschlucken: Sie schwächt die Symptome und schont die Schwäche.

Zwar verbessern sich die Schulnoten durch Nachhilfe manchmal kurzfristig, selten aber sind die Erfolge nachhaltig. Ähnlich wie bei Drogen und bestimmten Medikamenten tritt mit der Zeit eine zunehmende Abhängigkeit ein bei gleichzeitigem Nachlassen der gewünschten Wirkungen. Wer bereits in der fünften und sechsten Klasse Nachhilfe bekommen hat, behält sie in der Regel, mit mehr oder weniger langen Unterbrechungen, bis zur zehnten Klasse bei, nicht selten bis zum Abitur.

Der chronische Nachhilfeschüler hat es später in Studium und Beruf schwerer als andere, weil er unentwegt nach Hilfe sucht: Nachhilfesucht. Für Führungspositionen ist er kaum geeignet, da er nie gelernt hat, selbständig zu denken und zu arbeiten. Selbst wenn Nachhilfe kurzfristig Symptome lindert, behindert sie langfristig die Selbstorganisation und damit die optimale Entfaltung des vorhandenen Potenzials. Unter zwei Voraussetzungen halte ich dennoch Nachhilfe für sinnvoll: wenn ein Schüler über einen längeren Zeitraum krankheitsbedingt nicht am Schulunterricht teilnehmen konnte, oder wenn er in Teilbereichen eines Schulfachs Schwächen zeigt, die mehr auf mangelndes Verstehen des Stoffes zurückzuführen sind als auf fehlende Motivation oder Lernblockaden.

II. Analyse – Ziele – Mittel


Nach meinen Erfahrungen sind nur wenige Schüler den schulischen Anforderungen nicht gewachsen, weil es ihnen an Intelligenz mangelt. Während also Überforderung eher die Ausnahme ist, sieht der Normalfall so aus: Der Schüler verfügt über ein hohes, zumindest aber ausreichendes Potenzial, ist jedoch nicht in der Lage, es in entsprechende Leistung umzusetzen. Für solche Schüler und deren Eltern habe ich diese Website geschrieben. Von dem, was Sie hier lesen, werden Sie kaum etwas in Fachbüchern zu den Themen Konzentration und Lernen finden. Das Wissen resultiert aus einer über 30-jährigen Praxisarbeit, bei der ich mir für jeden Schüler individuell immer wieder folgende drei Fragen stelle:

  1. Was ist? Daraus ergibt sich als Aufgabe eine ganzheitliche Analyse der aktuellen Situation.
  2. Was soll sein? Dies erfordert eine Zielbestimmung.
  3. Wie können die Ziele erreicht werden? Hierfür müssen wirksame Mittel bereitstehen bzw. gefunden werden und Methoden zur Verfügung stehen, wie die Mittel in konkreten Situationen eingesetzt werden können.

Es folgen einzelne Beispiele bzw. Grundüberlegungen zu den drei Fragen:

Analyse

Auf der Seite Konzentration zwischen Mythos und Wirklichkeit finden Sie zwei grundlegende Muster, die oft dafür verantwortlich sind, dass ein Schüler sein Potenzial nur sehr eingeschränkt ausschöpfen kann. Ich nenne sie dort Angsttyp und Lusttyp. Bevor Sie etwas unternehmen, allein oder mit professioneller Unterstützung, empfehle ich Ihnen zunächst zu prüfen, welchen der beiden Typen Ihre Tochter oder Ihr Sohn verkörpert oder zu denen Ihr Kind tendiert. Das ist einer der wichtigsten Punkte bei der ersten Frage: Was ist?

Der Angsttyp und der Lusttyp

Das gewöhnliche Reaktionsmuster eines Angsttyps in Kurzform  Hauptmerkmal ist der Zweifel an den eigenen Fähigkeiten:

... Angst vor Versagen > eingeschränkte Denkleistung > körperliche Reaktion: Verflachung der Atmung > geringere Versorgung von Gehirn und Körperzellen mit Sauerstoff > Ermüdung und weitere Verringerung der Denkleistung > Frustration wegen ausbleibender Erfolge > vermehrte Anstrengung > Atmung schaltet auf Notaggregat > Denkblockaden und körperliche Erschöpfung > wachsende Diskrepanz zwischen Anstrengung und Erfolg > Unzufriedenheit mit der eigenen Leistung > Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit > beim Angehen neuer Aufgaben: Angst vor Versagen ...

Das gewöhnliche Reaktionsmuster eines Lusttyps in Kurzform  Hauptmerkmal ist das unkontrollierte Streben nach unmittelbarem Lustgewinn:

... Verdrängung unangenehmer Aufgaben und Nachrichten > unerledigte Aufgaben stauen sich an > schlechte Noten häufen sich > Appelle von außen zu mehr Anstrengung > Appelle werden ignoriert > weiterer Leistungsabfall > Androhung von Zwangsmaßnahmen > Drohungen werden ignoriert > Zwangsmaßnahmen der Eltern > Besserung wird gelobt aber bestenfalls kurzfristig eingehalten > chronisch schlechte Schulnoten > gelegentliche oder regelmäßige Appelle der Eltern an das Pflichtbewusstsein in Verbindung mit Drohungen > bei Zuspitzung: vorübergehend minimalistischer Dienst nach Vorschrift, danach wieder > Verdrängung unangenehmer Aufgaben und Nachrichten ...

In der Praxis treten diese beiden Typen selten in Reinform auf. Das hängt damit zusammen, dass ein frustrierter Angsttyp, der mit der Zeit die Motivation – seine ursprüngliche Stärke – eingebüßt hat, schließlich ähnliche Symptome zeigt wie der Lusttyp. Äußerlich mag es dann erscheinen, als sei ihm alles egal. In Wirklichkeit aber leidet er sehr unter seinen Misserfolgen.

Umgekehrt kann der klassische Lusttyp sich auch in einen Angsttyp verwandeln, dann nämlich, wenn sein Verdrängungssystem kollabiert und er seine natürliche Lebensfreude verliert, ohne diesen Verlust durch eine gesteigerte Leistungsfähigkeit mit entsprechenden Erfolgen kompensieren zu können. Unter diesen Umständen können Versagensängste auftreten, die sich äußerlich kaum von denen des Angsttyps unterscheiden.

Um einen Schüler angemessen und wirksam fördern zu können, ist es von großer Bedeutung zu erkennen, welchen der beiden Typen er ursprünglich zuzuordnen ist und inwieweit er sich im Laufe der Zeit dem entgegengesetzten Typ angenähert hat.

Natürlich spielen bei der Analyse der aktuellen Situation eines Schülers noch viele andere Punkte eine Rolle. Um der individuellen Situation eines Schülers gerecht zu werden, empfehle ich eine gründliche Anamnese, in Form von zwei separaten Gesprächen mit Eltern und Schülern. Nach den Erfahrungen in meiner Kölner Lernpraxis ist danach klar, ob und in welcher Form eine systemische Therapie sinnvoll ist.

Ziele

Die Zielbestimmung ergibt sich im Wesentlichen aus der jeweiligen Problematik. Am häufigsten werden von Eltern und Schülern folgende Ziele genannt:

  1. Steigerung der Motivation
  2. Verbesserung der Konzentration
  3. Verbesserung der Selbstorganisation
  4. Lerneffizienz
  5. Bessere Schulnoten

Alle diese Ziele sind aber nur Mittel im Verhältnis zu einem Wert, ohne den alle anderen – wie auch die klassischen Ziele der Erwachsenen: Reichtum, Macht, Ruhm, Erfolg usw. – ohne Bedeutung sind. Nach meiner Auffassung ist das die Lebensfreude. Mit Schülern, die voller Lebensfreude sind, habe ich in meiner Praxis beste Erfahrungen gemacht. Sie verfügen über ein Kapital von unschätzbarem Wert, und wenn es gelingt, die Lebensfreude auch in Kanäle zu lenken, die schulischen und später auch beruflichen Erfolg ermöglichen, braucht man sich um diese Schüler keine Sorgen zu machen. Bei Kindern mit wenig Lebensfreude sollte das Thema Priorität gegenüber den oben genannten untergeordneten Zielen erhalten; vorrangig als Selbstzweck, aber auch weil jeder Zuwachs auf diesem Gebiet langfristig über eine Verbesserung der Motivation und Konzentration auch zu einer nachhaltigen Verbesserung der Leistungsfähigkeit führt.

Ich erhalte häufig E-Mails von Eltern, in denen sie mir ihre Sorgen mitteilen, die sie sich um den schulischen Erfolg ihrer Kinder machen. Einige berichten, dass der Familienalltag durch Schulprobleme erheblich beeinträchtigt ist. Wenn das Thema Schule einmal negativ besetzt ist, fehlt innerhalb der Familie meist die Gelassenheit, um positive Ziele konsequent zu verfolgen. Der tägliche Streit um nicht oder nicht sorgfältig gemachte Hausaufgaben, um mangelhafte Vorbereitung auf Klassenarbeiten, Schulaufgaben usw. geht Eltern und Schülern gleichermaßen an die Nerven, und es kann schnell ein Klima entstehen, in dem sachliche Aussagen als Vorwürfe interpretiert werden.

Dass Eltern sich in einer solchen Situation Sorgen machen, ist verständlich, doch viele wissen nicht, was sie mit Sorgen und negativer Kritik anrichten:

"Wer sich Sorgen macht, gibt seinen Sorgen Macht."
Andreas Tenzer in: Sigrid Engelbrecht, Lass los, was Dir Sorgen macht, München: Gräfe und Unzer Verlag, 2013, S. 110


Sorgenfrei Lernen
Sorgenfreies Lernen
Das Mädchen scheint sich entspannt in dem Buch zu
vertiefen und sich keine Sorgen zu machen, es könne
 vom Dach fallen. Auch scheint ihm das Lernen Freude
 zu bereiten.
Die Chancen stehen gut, dass sein Gehirn die aufge-
nommenen Informationen im Langzeitgedächtnis ab-
speichert, da die beiden wichtigsten Voraussetzungen
 dafür gegeben sind:
1. Freude am Lernen - 2. Keine Angst
Foto: Jess Foami, pixabay



Sind sorgenvolle Blicke die Regel, signalisieren sie dem Schüler: Ich bin ein hoffnungsloser Fall. Das ist wenig motivierend. Die bessere Alternative sind klare, realisierbare Zielsetzungen, die in kleinen Schritten aus der Krise führen können. Solange aber beim Thema Schule die Emotionen überkochen, ist dieser Weg verbaut und eine grundlegende Verbesserung der Situation ohne professionelle Hilfe nur schwer möglich.

Mittel

In meiner Praxis habe ich eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen entwickelt, die geeignet sind, die oben genannten Ziele zu erreichen. Eine spezifische Auswahl kommt jeweils individuell auf den einzelnen Schüler zugeschnitten zur Anwendung. Die zwanzig wichtigsten Fördermaßnahmen habe ich auf der Seite Was fördert die Konzentration? zusammengefasst.

Im Zentrum der Betrachtung stehen dort der ganzheitliche Zusammenhang zwischen Motivation und Konzentration und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben für eine systemische Auflistung und Aufarbeitung von Defiziten in diesen Bereichen. Ein Schüler, der zum Beispiel leidenschaftlich gern das Computerspiel Minecraft spielt, kann sich darin als ein Meister der Konzentration erweisen, während er bei seinen Hausaufgaben kurz vorher oder nachher mit seinen Gedanken überwiegend woanders ist - lateinisch = alibi.

Die meisten der von mir eingesetzten Mittel, sowohl analytisch als auch therapeutisch, haben mit der Betrachtung von Schüler-Innenwelten zu tun, und zwar schwerpunktmäßig mit der Beobachtung des Schülers durch den Schüler selbst. Im Kern geht es darum, welche Denkprozesse, Gefühle und Körperemfindungen die alltäglichen Erlebnisse bei einem Kind oder Jugendlichen auslösen und wie diese Prozesse deren reales Leben konstruieren, im schulischen wie außerschulischen Bereich.

Häufig berichten Eltern davon, dass sie sich wie Sisyphus vorkommen, wenn sie ihr Kind, das stark zum Lusttyp neigt, mittels Einsichten und Werteappellen zu einem bestimmten Verhalten bewegen wollen. Der Lusttyp ist aber mit Werten so wenig zu bewegen wie ein störrischer Esel, da beim sekündlichen Wettstreit der inneren Impulse diese Werte meist nur wenige Gramm in die eine Waagschale werfen, während starke Lustimpulse es auf mehrere Kilos in der anderen Waagschale bringen können. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie mehr über dieses Impulsspiel und wie zum Beispiel der Lusttyp sich zum eigenen Vorteil selber austricksen kann.


III. Probleme gar nicht erst entstehen lassen – oder die Kunst des Gewahrseins


Schüler beim Meditieren
Schüler bei einer Gewahrseinsübung
Gewahrsein ist gleichzeitig die mentale
Kraft, die Konzentration ermöglicht und
das Messinstrument, auf dem ihre Stärke
abgelesen werden kann. Ausführliche
 Informationen hierzu finden Sie auf
meiner Website gewahrsein.net.



Die Beobachtung von Gedanken, Körperempfindungen und Gefühlen ist eine hervorragende Methode, um Gewahrsein zu entwickeln, das wiederum eine wichtige Voraussetzung für Selbstorganisation ist.
Durch eine Stabilisierung des inneren Gleichgewichts wirken sich diese Übungen auch positiv auf die Lebensfreude und die Konzentrationsfähigkeit aus.

Was kann den Angsttyp von seiner Angst, den Lusttyp von seiner Verdrängung befreien? Ersterer muss seiner Angst gewahr werden, das heißt, er sollte in der Lage sein, seine Angst in Form von Gedanken, körperlichen Empfindungen und seelischen Gefühlen zu beobachten, die Zusammenhänge zwischen diesen erkennen und lernen, wie er die fatalen Auswirkungen seiner Ängste minimieren kann. Entsprechendes gilt für den Lusttyp in Bezug auf seine Verdrängung.

Appelle, Strafen, Nachhilfe, Trainingscamps usw. – all diese Maßnahmen kratzen meist nur an der Oberfläche und lassen die Wurzeln des Übels unberührt. Nach meinen Erfahrungen gibt es keine bessere Methode für eine nachhaltige Lösung von Problemen, als sich genau anzuschauen, was in einem vorgeht auf geistiger, körperlicher und seelischer Ebene, was man daraus macht auf der Handlungsebene und welche Konsequenzen sich daraus ergeben auf der Ebene äußerer Ereignisse.

Wer sich sich jederzeit anschauen kann, was er gerade denkt, fühlt und körperlich empfindet, wird mit der Zeit selbstschädigendes Verhalten immer schneller registrieren und kann auf Dauer nicht mehr so weiter machen wie bisher: nicht weil andere das wollen, sondern weil er es selbst will. Und das ist die größtmögliche Gewähr dafür, dass es zu nachhaltigen Denk- und Haltungsveränderungen kommt, ohne die nachhaltige Verhaltensänderungen kaum zu erreichen sind. Wenn Schüler sich selbst scannen lernen, ist dies der gefährlichste Feind für Ängste und Verdrängung, die ihre Kraft nur im Dunkel des „Nichtwahrgenommenwerdens“ ungehindert entfalten können.

Wenn ein Kind in Bezug auf schulische Angelegenheiten nicht motiviert ist, können Sie davon ausgehen, dass es im Innern keinen leeren Raum hat, aus dem heraus es Initiativen zum Lernen entwickeln könnte. Und wenn Eltern dann den nicht vorhandenen Raum mit diversen eigenen und/oder externen Lehraktivitäten auffüllen wollen, kann es nicht verwundern, dass die Maßnahmen überschwappen wie ein voller Krug, den man zu füllen sucht. Das frustriert Eltern wie Schüler gleichermaßen – lateinisch frustra = vergeblich.

Gewahrsein ist das Gewahrwerden der Ganzheit in Aktion, das heißt das potenzielle Wahrnehmen von allem, was hier und jetzt wirkt. Kein Mensch ist dazu in der Lage, die ganzheitliche Verknüpfung aller Prozesse zu einhundert Prozent wahrzunehmen. Dafür müsste er unzählige Einflussfaktoren, die die Qualität eines einzigen Augenblicks bestimmen, gleichzeitig erfassen können.

Es macht jedoch für Schüler einen beträchtlichen Unterschied, ob sie sich zu einem Zeitpunkt X fast alle oder fast keine dieser Wirkkräfte bewusst machen können, zum Beispiel, wenn Sie von Lern- oder Prüfungsblockaden betroffen sind. Auf dieser Website finden Sie eine dreistellige Zahl von Einflussfaktoren, die in für Schüler typische Alltagssituationen in besonderem Maße einfließen. Die wichtigsten finden Sie aufgelistet und erläutert auf den unter Punkt I verlinkten Unterseiten „Was stört die Konzentration?“ und „Was fördert die Konzentration?“.

Wenn Sie sich als Eltern darauf einlassen, konkrete Situationen, die mit Ihrem Kind und seinem spezifischen Lernen zu tun haben, auf eine immer tiefere Weise zu verstehen, werden Sie dem Kind auch dabei helfen können, sich selbst immer besser scannen und kennen zu lernen. Am Anfang müssten Sie dafür viel Energie aufwenden, weil Sie mit jeder neuen Erfahrung neue Zusammenhänge entdecken werden und verarbeiten müssen. Im Laufe der Zeit werden Sie dabei immer weniger Energie verbrauchen und immer mehr neue Energie gewinnen. Sie werden feststellen, dass der größte Energiegewinn daraus resultiert, dass Sie sich auf diesem Weg immer wieder neue Energiequellen erschließen und immer wieder neue Energielecks orten und abdichten können. Das gilt insbesondere für Situationen, in denen Sie mit anderen kommunizieren.

"Kommunikation besteht im Wesentlichen aus Energieraub und Energiespende."
Andreas Tenzer in: Sabine Marquardt, Kommunikation als Hardskill, Norderstedt, BoD 2016, E. 1

Es würde mich freuen, wenn einige meiner Hinweise auf dieser Website, Ihnen dabei helfen könnten, Energieverluste vor allem beim häuslichen Lernen Ihres Kindes zu vermeiden. Letztlich spielt bei allen mentalen und physischen Prozessen der Energiefaktor die entscheidende Rolle:
Körperliche Energie plus Motivationsenergie plus Konzentrationsenergie = Lernkraft plus Lernfreude plus Lernerfolg