I. Was sind Lernblockaden und Prüfungsblockaden?

Lernblockaden und Prüfungsblockaden sind spezifische Formen von Lernstörungen, bei denen das Gehirn temporär nicht mehr richtig funktioniert. Unter einer Blockade im psychologischen Sinne versteht man die Unfähigkeit einer Person, ihr spezifisches Potenzial zu einem bestimmten Zeitpunkt annähernd optimal abrufen zu können, wie zum Beispiel bei Klassenarbeiten in der Schule, bei Examen im Studium oder bei Wettkämpfen im Sport.

Blockaden können verschiedene Ursachen haben und bedürfen einer entsprechend differenzierten Behandlung. Da jede Blockade eine mentale und eine physische Komponente hat, kann sie als psychosomatischer Komplex betrachtet werden, bei dem der Energiefluss in Körper und Geist ins Stocken geraten ist.
Der Schweregrad einer Lernblockade kann daran abgelesen werden, in welchem Maße das Gehirn eines Kindes zu einem bestimmten Zeitpunkt lahmgelegt ist. Wenn das Gehirn in seiner Funktion extrem eingeschränkt ist und einem die einfachsten Dinge nicht mehr einfallen, können im Falle einer Denk- oder Lernblockade die Konzentrationsstörungen so ausgeprägt sein, dass man von einem Blackout spricht.

Das menschliche Gehirn blockiert besonders stark, wenn die betreffende Person sich in einer extremen Stresssituation  befindet. Steht zum Beispiel eine wichtige Prüfung bevor, dann macht sich der Stress bereits im Vorfeld bemerkbar in Form einer Lernblockade. Diese wird von den Schülern und Studenten oft nicht wahrgenommen, weil sie sich intensiv bemühen und am Ende der Prüfungsvorbereitung das Gefühl haben, den Lernstoff gut zu beherrschen. Ganz falsch liegen sie mit dieser Einschätzung nicht, da das meiste, was sie gerade frisch gelernt haben, tatsächlich in ihrem Gehirn abgespeichert wurde.

Leider steht ihnen ein großer Teil des gelernten Stoffs schon am nächsten Tag nicht mehr zur Verfügung. Wie ist das möglich? Der Hauptgrund besteht darin, dass die Qualität der Abspeicherung von Informationen vor allem von zwei Faktoren abhängt: Lust und Angst. Wenn beim Lernen viel Lust und wenig Angst im Spiel sind, dann werden die Informationen klar und leicht abrufbar im Langzeitgedächtnis gespeichert. Das Gegenteil ist der Fall, wenn die Lust beim Lernen gering und die Angst groß ist. Dann sind die Abdrücke, die das Lernen im Gehirn hinterlässt, vergleichbar mit dem Abdruck eines Stempels, der zuerst auf ein staubtrockenes Stempelkissen gedrückt wurde und dann auf ein weißes Blatt Papier. Man kann dann nicht klar erkennen oder sogar nur kaum erahnen, welche Informationen abgespeichert wurden.

Genauso ergeht es dem Gehirn, wenn es später bei der Klassenarbeit den gelernten Stoff abrufen will. Die eh schon schwachen Abdrücke sind über Nacht noch weiter verblasst. Wenn der Schüler irgendwann merkt, dass er einen großen Teil des Lernstoffs nicht mehr abrufen kann, reicht die Lernblockade der Prüfungsblockade die Hand. Dann kann die Blockierung zeitweise so stark sein, dass das Gehirn den Zugang zu abgespeicherten Informationen vorübergehend verweigert. Die Daten sind zwar noch auf der Festplatte, doch die Schüler und Studenten findet keinen Link, mit dem sie die Infodatei öffnen können. Es kommt Panik auf, die Atmung blockiert, das Denken blockiert und die Prüfungsblockade sorgt dafür, dass ab diesem Zeitpunkt fast nichts mehr geht. Neben den Informationen auf dieser Seite empfehle ich Ihnen zu diesem Thema die Menüpunkte Lust und Angst … … sowie Hausaufgaben …

II. Wie entstehen Lernblockaden und Prüfungsblockaden?

Blockaden werden hauptsächlich durch verschiedene Formen von Angst ausgelöst.
Ihr gemeinsamer Nenner und der unmittelbare Auslöser einer Blockade ist die Angst vor dem Versagen, dem Zweifel, bestimmten Erwartungen oder Anforderungen nicht gerecht werden zu können.
Zu den häufigsten Ursachen für Versagensängste gehören:

  • Angst vor Blamage
  • Angst vor Sanktionen
  • Angst vor Liebesentzug
  • Angst vor mangelnder Selbstdisziplin
  • Angst vor sozialer Ausgrenzung

Hier eine kurze Beschreibung der Ängste mit Beispielen für negative Programmierungen und Konditionierungen:

 

Angst vor Blamage

Die Angst vor Blamage basiert auf zu hohen Erwartungen an sich selbst oder Erwartungen anderer, von denen man glaubt, ihnen nicht gerecht werden zu können.

Negative Programmierung:

„Ich versage, wenn es darauf ankommt“. „Du könntest viel mehr, wenn du wolltest“.

Negative Konditionierung:

Die Messlatte wird – vom Schüler selbst oder von anderen – immer etwas höher gelegt, als der Schüler zu überspringen imstande ist. Das ist ein fetter Nährboden für Prüfungs- und Lernblockaden.

Angst vor Sanktionen

Die Angst vor Sanktionen beruht auf der Erfahrung, dass der Schüler für schlechte Leistungen bestraft wird.

Negative Programmierung:

„Wenn ich die Arbeit verhaue, darf ich nicht mehr Fernsehen, Computerspielen usw.“

Negative Konditionierung:

Negativität als Versagen wird mit Negativität in Form von Bestrafung bekämpft.

 Angst vor Liebesentzug

Die Angst vor Liebesentzug entsteht aus der Erfahrung, dass der Schüler mehr positive Zuwendung bekommt, wenn er gute schulische Leistungen zeigt.

Negative Programmierung:

„Wenn ich schlecht bin in der Schule, werden mich meine Eltern im Stich lassen“.
„Wenn du die Versetzung schaffst, werde ich wieder mehr mit dir unternehmen“

Negative Konditionierung:

Die Schüler oder Studenten spüren, dass ihre fachlichen Leistungen Einfluss auf das Familienklima haben.
Das setzt sie zusätzlich unter Druck und provoziert Lernblockaden.

Angst vor mangelnder Selbstdisziplin

Die Angst vor mangelnder Selbstdisziplin basiert auf der Erfahrung, dass der Schüler nicht in der Lage ist, wichtige Aufgaben zu erledigen, selbst wenn er deren Notwendigkeit einsieht.

Negative Programmierung:

„Aus mir kann nie was werden, weil ich mich einfach nicht zum Arbeiten zwingen kann“.
„So faul wie du bist, brauchst du dich über deine Noten nicht zu wundern“.

Negative Konditionierung:

Bei der Erledigung unangenehmer Arbeiten flieht der Schüler immer wieder in angenehme Gedanken und innere Bilder, die ihm signalisieren,  was er stattdessen tun könnte.

Angst vor sozialer Ausgrenzung

Die Angst vor sozialer Ausgrenzung resultiert aus der Erfahrung, dass in der Gesellschaft die
Verteilung von materiellen Gütern und sozialem Prestige primär an Leistungen gekoppelt ist, die er sich nicht zutraut

Negative Programmierung:

„Wenn ich die Schule nicht schaffe, werde ich Filmstar, Profifußballer usw.“ „Ohne einen guten Schulabschluss steht man heutzutage mit einem Bein auf der Straße“.

Negative Konditionierung:

Der Schüler glaubt nicht an seinen Erfolg in Schule, der Student nicht an sein Examen. Sie sehen keinen Sinn darin, sich für ihre Zukunft anzustrengen. Lern- und Prüfungsblockaden haben bei ihnen ein leichtes Spiel.

Angst zählt zu den häufigsten Ursachen für Lernblockaden.

Besonders gefährlich sind für Schüler und Studenten Ängste, die mit Ihrem Selbstbild verbunden sind, wie zum Beispiel Versagensängste.

In solchen Fällen kann sich eine chronische Lernblockade entwickeln, die automatisch ausgelöst wird, sobald der Gedanke auftaucht: Was ist, wenn ich diese Schulaufgabe oder Klassenarbeit wieder verhaue? Da das menschliche Gehirn innere Bilder als Arbeitsaufträge interpretiert, wird es alles daransetzen, dass das schreckliche Bild Wirklichkeit wird.

III. Ein typisches Beispiel für die Entstehung einer Lernblockade

Liza (12) war eine gute Grundschülerin. Wie viele andere Kinder hatte sie Anpassungsprobleme beim Wechsel auf die weiterführende Schule. In der 5. Klasse schreibt sie ihre ersten beiden Fünfen in Mathe. Beim Elternsprechtag erklärt der Mathelehrer, Liza sei mathematisch unbegabt und empfiehlt Nachhilfe. Trotz vieler Nachhilfestunden und fleißigem Üben verbessern sich ihre Noten nicht nennenswert, da Liza unbewusst nicht mehr an ihre Fähigkeiten glaubt. Sie beginnt Mathe zu hassen und lernt nur noch aus Pflichtgefühl und Ehrgeiz.

Obwohl sie den Stoff vor den Klassenarbeiten recht gut beherrscht, schreibt sie weiterhin nur Vieren und Fünfen in Mathe, während sie in den anderen Fächern im Durchschnitt um zwei Noten besser ist. Ohne dass ihre Eltern sie drängen, spürt Liza, wie viel Bedeutung sie der Schule beimessen und möchte sie nicht enttäuschen. Während der Mathearbeiten ist sie völlig verkrampft.

Wie sich später herausstellt, ist ihre Atmung in diesen Situationen extrem flach, sodass ihr Gehirn nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt wird und ihr Denkvermögen entsprechend eingeschränkt ist. Da sie davon nichts mitbekommt, glaubt sie, ihr Bestes gegeben zu haben und ist immer wieder enttäuscht, wenn sie ihre Mathearbeiten zurückbekommt.

In diesem Beispiel sind für das Entstehen der Lern- und Prüfungsblockade zwei Hauptelemente verantwortlich: die negative Programmierung durch den Mathelehrer und Lizas unbewusste Angst vor Liebesentzug. Da jede Blockade ihre eigenen Ursachen hat und einen unverwechselbaren Verlauf nimmt, der bei jedem Schüler anders ist, führe ich in meiner Kölner Praxis jeweils eine individuelle Blockaden-Analyse durch, bevor ich ein Konzept zur Auflösung der Blockade entwickle.

Obwohl der Anteil von Jungen in meiner Praxis durchschnittlich bei etwa 70 Prozent liegt, ist jeder zweite Schüler mit einer spezifischen Mathe-Blockade ein Mädchen.

Inzwischen habe ich Hunderte von Schülern und Schülerinnen mit einer starken Mathematik-Schwäche betreut, und da ich nie an den Machospruch geglaubt habe, dass Mädchen einfach zu blöd für Mathematik seien, wollte ich irgendwann eine plausible Erklärung für das Phänomen finden.

Ich fragte mich, welche besonderen Eigenschaften zeichnen Kinder aus, die Probleme mit mathematischen Aufgaben haben, vielleicht sogar positiv auf Dyskalkulie getestet wurden?

Dass Kinder sich in der Regel schwerer tun mit dem abstrakten Denken als Erwachsene, erklärt keineswegs die unterschiedliche Betroffenheit von Jungen und Mädchen. Doch fiel mir schließlich auf, dass die Anfälligkeit für eine Mathe-Blockade – unabhängig vom Geschlecht – dann signifikant größer ist als bei gleichaltrigen Schülern, wenn diese beiden Eigenschaften besonders ausgeprägt sind:
1. ein extrem gut entwickeltes bildhaftes Vorstellungsvermögen und
2. eine ungewöhnlich starke Empfänglichkeit für emotionale Impulse, sowohl für angenehme wie unangenehme Gefühle. Beide Eigenschaften verstärken die allgemeine Abstraktionsschwäche bei Kindern.

Schließlich kommt noch ein kindliches Bedürfnis hinzu, dass wohl nirgends so frustriert wirkt wie in der Mathematik. Es ist die fantastische kindliche Begeisterungsfähigkeit, die überall dort entflammt wird, wo es etwas zu entdecken gibt. Außer für professionelle Mathematiker und selbst für diese gibt es in der Mathematik aber kaum noch etwas zu entdecken.

Eine mathematische Aufgabe lösen heißt für einen Schüler, einen Prozess gedanklich nachvollziehen, der von Anfang bis Ende vorbestimmt ist. Eine ehemalige Schülerin von mir meinte, komplizierte Matheaufgaben seien eher etwas für Computer, die diese nicht nur viel besser erledigen könnten, sondern die auch noch weniger darunter litten.

Ich gab ihr recht und empfahl ihr, sich diesbezüglich freiwillig einer „Sinndiät“ zu unterziehen, im Sinne einer „Diätetik der Sinnerwartung“ wie es der Philosoph Odo Marquard formulierte. Er meinte damit den bewussten Verzicht auf die Erwartung eines Sinns, dort wo man eh keinen sieht, um seine Kräfte zu fokussieren auf pragmatische Lösungen. Wenn Liza ab sofort nur Mathe lernt, um sich mit einer guten Note zu belohnen oder um sich darin zu stärken, sich auch bei massiver Unlust durchbeißen zu können, werden sich ihre Widerstände gegen das Mathe-Lernen bereits ein wenig verringern.

Um zusätzlich die Lust am Lernen zu steigern, empfehle ich Eltern – vor allem für Grundschulkinder und Schüler der Unter- und Mittelstufe – beim gemeinsamen Lernen überall dort, wo es möglich ist, aus einer trockenen Aufgabe ein Spiel zu machen.

Unter allen Umständen sollte vermieden werden, ein Kind, das beim Lernen blockiert, zu kritisieren oder zu mehr Aufmerksamkeit zu ermahnen.

„Ein seit Jahrhunderten verdunkelter Raum kann sofort erhellt werden, wenn man das Licht einlässt, nicht aber, wenn man versucht, die Dunkelheit auszutreiben.“
Paramahansa Yogananda
zit. nach: Elisabeth Lukas, Auch dein Leiden hat Sinn, Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 1994, S. 37

Statt bei Ihrem Kind mit dem Finger auf seine geistige Umnachtung zu zeigen, sollten Sie ihm Zugang zu einer Lichtquelle ermöglichen, die seinen inneren Raum erhellt.

IV. Blockaden beim Abspeichern und Abrufen von Informationen

Drei Arten von Blockaden

1. Potenzialblockade
2. Lernblockade
3. Blockade in Stresssituationen wie Prüfungen, Tests, Klassenarbeiten usw.


1. Potenzialblockade

  • Wenn das gesamte oder große Teile des Potenzials blockiert sind, kann ein Schüler es in keinem Tätigkeitsbereich auch nur annähernd voll ausschöpfen, unabhängig davon, ob ihm eine Sache Freude macht oder nicht. Er bleibt in der Schule ebenso weit hinter seinen Fähigkeiten zurück wie bei seinen Freizeitaktivitäten. Wenn man irgendetwas gut können will, muss man in der Lage sein, spezifische Informationen abspeichern und abrufen zu können. Schüler, denen das nirgendwo gelingt, sind sehr selten. Doch wenn ein begabter Schüler beim Lernen nur Misserfolge erlebt, kann er irgendwann so frustriert sein, dass ihm auch außerhalb der Schule nichts mehr gelingen will. Man könnte ihn für auf der ganzen Linie unbegabt halten, wenn sein wahres Potenzial nicht in seltenen Ausnahmesituationen aufblitzen würde.
    Zu den häufigsten Ursachen für eine Potenzialblockade gehört eine auf geringem Selbstwertgefühl basierende Selbstunsicherheit.


    2. Lernblockade

  • Der Verdacht auf eine Lernblockade ist grundsätzlich gegeben, wenn ein beträchtlicher Unterschied besteht zwischen dem kognitiven Potenzial eines Schülers und dessen tatsächlichen schulischen Leistungen. Legt man diesen Maßstab zugrunde, dann sind die wenigsten Schüler in der Lage, ihre Fähigkeiten auch nur annähernd in Leistung umzusetzen. Dazu zählen auch überdurchschnittlich begabte Schüler und Studenten, die aufgrund ihrer schlechten Noten oft völlig falsch eingeschätzt werden.

    Nach meinen Erfahrungen machen klassische Konzentrationsübungen bei Kindern, die von einer Lernblockade betroffen sind, keinen Sinn. Will man deren Konzentration verbessern, führt kein Weg daran vorbei, die Blockadeauslöser zu erforschen und zu beseitigen, mindestens aber zu minimieren. Bei einer Lernblockade versagen alle noch so gut gemeinten Tipps zur Steigerung der Konzentration.

    Der Hauptunterschied zwischen einer Lernblockade und einer Prüfungsblockade besteht darin, dass es bei ersterer um die Abspeicherung von Informationen geht und bei letzterer um das Abrufen. Es gibt Schüler, deren Kopf beim Lernen vor einer Klassenarbeit noch frei ist, sodass sie die Informationen gut abspeichern können. Wenn sie sich abfragen lassen, hat man den Eindruck, dass sie den Prüfungsstoff bestens beherrschen. Sofern sie unter einer Prüfungsblockade leiden, das heißt, bei der Klassenarbeit die gespeicherten Informationen nicht abrufen können, werden sie viel schlechter abschneiden, als man nach dem vorbereitenden Lernen hätte erwarten können.

    Bei manchen Schülern wirft die Klassenarbeit jedoch ihren Schatten voraus auf das Pauken davor. Einige beginnen schon viele Tage vor der Prüfung beim Lernen zu blockieren, während andere erst am letzten Tag vor der Klassenarbeit sich immer schwerer damit tun, den Lernstoff sauber abzuspeichern. Der Grund für die sich verschlechternde Abspeicherung hängt damit zusammen, dass die Prüfung, je näher sie rückt, immer mehr Raum bei den Gedanken und inneren Bildern des Schülers einnimmt und sich immer mehr auf dessen körperliches und seelisches Befinden auswirkt. Manche Schüler sind so gute Verdrängungskünstler, dass sie noch am letzten Tag vor der Klassenarbeit mit einem freien Kopf lernen können und erst während der Prüfung plötzlich nicht mehr in der Lage sind, die abgespeicherten Informationen abzurufen. Dann spricht man von einer Prüfungsblockade.


    3. Prüfungsangst und Prüfungsblockade

  • Eine Prüfungsangst in Verbindung mit einer Prüfungsblockade liegt vor, wenn ein Schüler ausschließlich in bestimmten Situationen wie etwa bei Prüfungen oder Klassenarbeiten versagt. Bei manchen Schülern setzen diese Blockaden generell bei Prüfungsstress ein, bei anderen treten sie nur in bestimmten Fächern oder bei bestimmten Lehrern auf.

    Ein typisches Beispiel ist die weiter oben beschriebene Mathe-Blockade bei Schülern, die ansonsten durchgängig gute Leistungen zeigen. Zwar ist Angst die Hauptursache für Prüfungsblockaden, doch es gibt zwei Schülertypen, die sich dadurch unterscheiden, wie sie mit der Angst umgehen. Typ 1 spürt die Angst, zum Beispiel bei einer Klassenarbeit, und ist sich des Versagens weitestgehend bewusst. Wenn er am Ende unter seiner Klassenarbeit bzw. Schulaufgabe ein Wort mit zehn oder mehr Buchstaben vorfindet, ist er nicht überrascht.

    Anders Typ 2, den ich als „Prüfungseuphoriker“ bezeichne, der nach einer „total verhauenen“ Arbeit frohgemut nach Hause kommt und die Frage „Wie ist es gelaufen?“ aus voller Überzeugung mit „gut!“ beantwortet. Es wird vermutet, dass bei diesem Schülertyp das Gehirn besonders viele Glückshormone ausschüttet, um das Schmerzempfinden vor der Wahrnehmung der Realität zu schützen.

  • Bei Prüfungsangst neigen die Schüler und Studenten dazu, flacher zu atmen, was schon nach kurzer Zeit wegen Sauerstoffmangel im Blut dazu führen kann, dass die Leistungsfähigkeit des Gehirns dramatisch sinkt. Es entwickelt sich eine Denkblockade.
    Manche Schüler kämpfen dagegen an, indem sie ihre Atmung beschleunigen und im Extremfall sogar hyperventilieren, ohne dies bewusst wahrzunehmen. Leider führt die Hyperventilation nicht zum gewünschten Ergebnis der Konzentrationssteigerung, sondern löst Glücksgefühle aus, die das Denken zwar nicht mehr blockieren, es dafür aber einlullen. Man schwebt auf Wolke sieben. Fehler werden kaum noch wahrgenommen.
    Und so ist es zu erklären, dass der Prüfungseuphoriker fest daran glaubt, eine gute Leistung abgeliefert zu haben. Hier finden Sie mehr Informationen zum Thema Atmung und Glücksgefühle.

    Um festzustellen, wie viel Potenzial bei einem Schüler blockiert ist, muss man zunächst einmal wissen, über wie viel Potenzial er verfügt. Häufig klärt sich diese Frage bereits beim ersten Gespräch mit den Eltern, die Auskunft darüber geben, wie sich das Verhältnis von Potenzial und Leistung bei ihren Kindern in den zurückliegenden Schuljahren entwickelt hat. Nicht selten haben Eltern das Potenzial ihrer Kinder bereits testen lassen.

    Die klassische Methode dafür sind Intelligenztests, die jedoch in der Regel nur einen sehr begrenzten Ausschnitt des kognitiven Potenzials einer getesteten Person erfassen. So paradox es klingen mag, ich beobachte bei meinen Schülern häufig, dass bei einem außergewöhnlich hohen Potenzial auch die Gefährdung besonders groß ist, dass es an irgendeiner Stelle blockiert.

    Viel aussagekräftiger als Intelligenztests sind die Leistungsspitzen, die Schüler erreichen, wenn sie hoch motiviert und gut vorbereitet an eine Aufgabe herangehen. Zu diesem Zweck habe ich ein Testverfahren entwickelt, bei dem die Leistungen der Schüler gemessen werden, einmal unter extrem positiven Rahmenbedingungen wie einer klaren Aufgabenstellung, angemessenem Schwierigkeitsgrad, optimaler innere und äußere Motivation sowie einer entspannten Lernsituation und einmal unter entsprechend negativen Rahmenbedingungen. Je unterschiedlicher das Ergebnis der beiden Tests ausfällt, desto größer ist in der Regel das brachliegende Potenzial, das durch die Auflösung der Blockaden fruchtbar gemacht  und ausgeschöpft werden kann.

    Hat sich in ersten Gesprächen und Tests der Verdacht erhärtet, dass ein Kind von einer der drei Blockade-Arten betroffen ist, ohne dass neurologische Ursachen dafür infrage kommen, werden folgende Punkte geklärt:

    Leidet der Schüler oder Student unter einer oder mehreren der fünf weiter oben beschriebenen Ängste?

    Welche negativen Programmierungen und Konditionierungen liegen vor? siehe: Text oben mit blauem Hintergrund

    Welche Teilpersönlichkeiten begünstigen die Entstehung spezifischer Blockaden?

    Wann und wo treten die Lernblockaden auf, und welche körperlichen, geistigen und seelischen Begleiterscheinungen gehen damit einher? siehe: Blockaden-Kreislauf

    Welche der auf der Startseite unter „Was stört die Konzentration?“ aufgeführten zehn Punkte tragen zur Verursachung oder Verschlimmerung der Blockaden bei?

    V. Auflösung von Energieblockaden

    Energieblockaden sind ein psychosomatischer Komplex. Liegt eine psycho-mentale Blockade vor, wie zum Beispiel eine Lernblockade, eine Prüfungsblockade oder ein Trauma, dann ist davon auch die Wirbelsäule mehr oder weniger stark betroffen. Eine dysfunktionale Atmung kann die Energieblockaden noch zusätzlich verstärken.

    Durch mittelstarken Druck mit dem Daumen auf die einzelnen Wirbel kann man ertasten, ob und wie stark ein Wirbel energetisch blockiert ist. Wenn Sie den Test mit Ihrem Kind machen wollen, empfehle ich Ihnen folgende Vorgehensweise:

    1 = 7 Halswirbel
    2 = 12 Brustwirbel
    3 = 5 Lendenwirbel
    4 = 5  Kreuzbein
    5 = 3-5 Steißbein

        1. Stellen Sie durch Konsultation eines Facharztes sicher, dass kein orthopädischer Befund vorliegt.
        2. Tasten Sie durch mittelstarken Druck mit dem Daumen sämtliche Wirbel vom obersten Halswirbel bis zum untersten Wirbel, dem Steißbein, ab.
        3. Lassen Sie sich von Ihrem Kind ein Schmerz-Feedback geben auf einer Skala von 0 bis 10. | 0 = kein Schmerz, 10 = extremer Schmerz. Verringern Sie sofort den Druck, wenn zum ersten Mal „10“ als Wert angegeben wird.
        4. Notieren Sie sich die Höchstwerte für alle fünf Wirbelgruppen. Sollte ein einzelner Wirbel aus der Gruppe nach oben hinausragen, merken Sie sich diesen Wirbel.
        5. Führen Sie eine komplette sanfte Wirbelsäulenmassage durch, und benutzen Sie dabei ein Massageöl. Der Mittelfinger kreist mit geringem Druck um die einzelnen Wirbel. Unterstützend kreisen Zeige- und Ringfinger seitlich des Wirbels. Kreisen Sie stets sanft auf Ihren Körper zu. Eine komplette Wirbelsäulenmassage sollte etwa eine Minute dauern und insgesamt dreimal hintereinander ausgeführt werden. Gegebenenfalls werden besonders stark betroffene Wirbel anschließend noch einmal für circa 30 Sekunden nachbehandelt.
        6. Überprüfen Sie, ob auch die Rückenmuskulatur betroffen ist, indem Sie mit dem Nagel eines Mittelfingers den Rücken abtasten. Verwenden Sie dabei wieder eine Schmerz-Skala von 0 bis 10. Bei Werten oberhalb von 5 ist eine komplette Rückenmassage zu empfehlen, die je nach Schmerzstärke zwischen fünf und zehn Minuten dauern sollte. Wiederholen Sie die Wirbelsäulen- und/oder Rückenmassage mindestens ein Mal pro Woche, bis eine deutliche Linderung eingetreten oder die Energieblockade ganu verschwunden ist.
        7. Beachten Sie unbedingt, dass die Wirbelsäule ein empfindliches Organ ist. Wenn ein medizinischer Befund vorliegt, sollten Sie Massagen nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt durchführen. Unabhängig davon, sollten Sie den Druck unverzüglich reduzieren, wenn Ihr Kind an einer bestimmten Stelle starke Schmerzen empfindet. Für unsachgemäße Behandlungen kann ich keine Verantwortung übernehmen.

    So wohltuend und heilsam sanfte Wirbelsäulen- und Rückenmassagen auch sein mögen, vergessen Sie bitte nicht, dass Sie dabei Symptome behandeln, die sich immer wieder erneut verstärken, solange deren Wurzeln unbehandelt bleiben. Um Ihnen die Suche nach den primären Quellen für Energie- und Leistungsblockaden zu erleichtern, nenne ich im Folgenden die nach meinen Erfahrungen häufigsten Ursachen für Blockaden in den einzelnen Wirbelgruppen sowie Ansatzpunkte für deren Auflösung. In Klammern finden Sie die ungefähre Prozentzahl der stark betroffenen Wirbelgruppen, wie ich sie bei Kindern und Erwachsenen in meiner Praxis erlebt habe.

    1. Halswirbel (75 %)
      Häufige Ursachen für Energieblockaden:
      Leistungsdruck – das Gefühl, die aufgebürdeten Lasten nicht tragen und den Anforderungen nicht gerecht werden zu können – dauerhafte innere Anspannung, die nicht zwangsläufig äußerlich sichtbar werden muss.
      Was diese Kinder besonders brauchen:
      Atem- und Entspannungsübungen – ganzheitliches Biofeedback auf der geistigen, seelischen und körperlichen Ebene mittels eines hohen Gewahrseins und Spürbewusstseins – Hilfe bei der Selbstorganisation.
    2. Brustwirbel (15 %)
      Häufige Ursachen für Energieblockaden:
      Traumatische Erlebnisse – das Gefühl, nicht ausreichend verstanden, akzeptiert und geliebt zu werden.
      Was diese Kinder besonders brauchen:
      Einfühlsame Beschäftigung mit inneren Bildern – Traumarbeit und Fantasiereisen – gezielte Hilfe beim Aufspüren und der Aufarbeitung traumatisierender Erlebnisse.
    3. Lendenwirbel (20 %)
      Häufige Ursachen für Energieblockaden :
      Starke Bevormundung durch Erziehungspersonen > nicht wissen, was man selber will, was einem große Lust bereitet > allgemeine Antriebslosigkeit – mangelnde körperliche und geistige Beweglichkeit.
      Was diese Kinder besonders brauchen:
      Stärkung von Intuition und Bauchgefühl – weitgehender Verzicht auf Einwirkung von außen – Förderung selbständigen Denkens und Handelns.
    4. Kreuzbein (15 %)
      Häufige Ursachen für Energieblockaden:
      Hohe Vitalität und starkes Selbstbewusstsein in Verbindung mit äußeren Schicksalsschlägen wie Unfall oder der Verlust nahestehender Menschen – Diese Blockaden sind oft sehr heftig, lösen sich aber unter günstigen Voraussetzungen meist von selbst wieder auf.
      Was diese Kinder besonders brauchen:
      Diese Kinder wollen vor allem in Ruhe gelassen werden – hilfreich sind Bezugspersonen, die ihnen zutrauen, dass sie den Weg aus der Krise alleine schaffen.
    5. Steißbein (70 %)
      Häufige Ursachen für Energieblockaden:
      Existenzielle Selbstzweifel trotz hohem Entfaltungs- und Leistungspotenzials – starkes Kontrollbedürfnis – mangelnde Erdung – Angst vor dem Tod – mangelndes Urvertrauen.
      Was diese Kinder besonders brauchen:
      Vertrauen, Selbstvertrauen, Urvertrauen – Synchronisation von rechter und linker Gehirnhälfte – Übungen, die den Energiefluss harmonisieren wie Reiki oder energetische Polarisation.

    VI. Lernblockaden lösen

    Fast alle Übungen, die ich entwickelt habe und die ich Ihnen auf dieser Website zur Verfügung stelle, sind geeignet, um sämtliche Formen von Blockaden zu erkennen und aufzulösen: Körperliche Blockaden, Denkblockaden, Lernblockaden oder Prüfungsblockaden. Die Breitenwirkung dieser Übungen erklärt sich dadurch, dass Blockierungen im menschlichen Organismus ausschließlich psychosomatischer Natur sind.

    Jeder Gedanke, jedes innere Bild verändert sowohl unsere körperliche wie emotionale Verfassung und beide spiegeln sich wiederum in den Gedanken und Vorstellungen wider. Da ein ganzheitlicher oder systemischer Ansatz all diese Wechselwirkungen permanent im Auge behalten sollte, ist es nicht verwunderlich, dass es auf dieser Website kaum eine Übung gibt, von der Schüler mit Lernblockaden im weitesten Sinne nicht profitieren könnten.

    Übungen, bei denen es um eine Verbesserung von Techniken der Selbstbeobachtung und des Spürbewusstseins geht, führen zwar bei den meisten Schülern schneller zur Auflösung von Blockaden, die das Lernen behindern, doch es gibt auch zahlreiche Ausnahmen, bei denen der Durchbruch durch andere Techniken und Übungen besser gelingt. Die Arbeit mit Teilpersönlichkeiten zum Beispiel, die kaum jemand mit der Auflösung von Lernblockaden in Verbindung bringen würde, kann durchaus eine Lernblockaden-Ursache an die Oberfläche holen, die mit anderen Techniken nur schwer zu finden gewesen wäre.

    Zehn allgemeine Tipps zum Lösen von Lernblockaden

    1. Die Schüler, manchmal auch die Eltern, beschreiben so detailliert wie möglich eine Situation, in der das Kind, der Jugendliche oder Student vorübergehend keinen Zugang zu Informationen hatte, die in seinem Gehirn abgespeichert waren.

    2. Durch gezielte Fragen werden die genauen Umstände rekonstruiert, die vor, während und nach dem Ereignis herrschten.

    3. Oft reicht ein Gespräch aus, um die wichtigsten Punkte in Erinnerung zu rufen. Falls die Ergebnisse nicht zufriedenstellend sind, wird unter leichter Tiefenentspannung eine Blockaden-Rekonstruktion durchgeführt.

    4. Danach wissen wir mehr darüber, wie die Lern- oder Prüfungsblockade ausgelöst wurde und wie sie sich auf die mentale, körperliche und emotionale Verfassung ausgewirkt hat.

    5. Je nachdem, welcher der drei Bereiche durch den Blockadezustand am meisten in Mitleidenschaft gezogen wurde, können nun spezifische Übungen, zum Beispiel für die Auflösung einer Lernblockade ausgewählt werden.

    6. Da Lern- und Prüfungsblockaden praktisch immer einhergehen mit einer Schwächung des Atemsystems, gehören Atemübungen zum Standard bei Blockaden aller Art.

    7. Die Schüler oder Studenten praktizieren die ausgewählten Übungen und beobachten genau, welche Wirkungen sie damit erzielen konnten.

    8. Der Schüler reduziert seine Übungen auf einige wenige, die sich als besonders effizient erwiesen hatten.

    9. Führt der Schüler seine Übungen über einen Zeitraum von zwei bis vier Monaten durch, bilden sich gewöhnlich Automatismen, die ein weiteres Üben überflüssig machen.

    10. Da es bei den meisten Übungen nur um Selbstwahrnehmung und Selbstbeobachtung geht, ist der zusätzliche Zeitaufwand für die Auflösung von Lern- oder Prüfungsblockaden in der Regel gering. Er beschränkt sich im Wesentlichen auf das Erlernen dieser Übungen zu Hause, deren Auswertung sowie der Anwendung der daraus gewonnenen Erkenntnissen in Situationen, in denen die Blockaden aktiv sind.

    Ein Schüler erforscht sein Verhalten beim Lernen, um Lernblockaden vorzubeugen

    Ein Frage- und Antwortspiel, über Umstände, die Lernblockaden provozieren

    Die Nervenzellen, auch Neuronen genannt, sorgen dafür, dass alle Bereiche des Gehirns miteinander kommunizieren können. Dies geschieht über Synapsen, welche sich an den Fortsätzen der Nervenzellen befinden, die sich auf diesem Weg mit den Nachbarzellen austauschen können.

    Alles, was wir lernen und gelernt haben, kann potenziell über die Neuronen miteinander kommunizieren. Bei einer Lernblockade können die Informationen jedoch an bestimmten Stellen nicht weitergeleitet werden, das heißt, die Informationen sind zwar selbst bei einem Blackout noch vorhanden, können sich aber nicht mehr vernetzen. Da Lernen aber ein Akt des vernetzten Denkens ist, wird dieses durch Nervenzellen blockiert, die ihre Informationen vorübergehend nicht oder nur eingeschränkt an andere weitergeben können.

    Alles, was wir denken, empfinden, fühlen und tun, entscheidet sich in jeder Sekunde unseres Lebens zwischen den Synapsen der Nervenzellen.

    Lernblockaden und Prüfungsblockaden sind keine Fehlfunktionen des Gehirns, sondern ein Prozess, der sich während des Lernens aufgrund der spezifischen Umstände mit der Notwendigkeit eines Naturgesetzes entwickelt oder ausbleibt, sofern man die fatalsten Fehler vermeidet. Im Folgenden erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt, die Entstehung von Lernblockaden zu verhindern und sie aufzulösen, falls sie sich bereits ausgebreitet haben.

    Wenn ein Schüler zu Hause seine schulischen Aufgaben erledigt, gibt es Hunderte von Faktoren, die darüber entscheiden, ob sich in an einem bestimmten Tag eine Lernblockade entwickelt und welches Ausmaß sie annimmt. Die wichtigsten Punkte können Sie hier in der Entwicklung verfolgen, und zwar aus der Schülerperspektive. Das folgende Beispiel entspricht in etwa dem Verlauf einer Lernblockaden-Auflösung, wie sie sich real zwischen einem Schüler und mir abgespielt hat.

    Ich stelle kurze Fragen, auf die der Schüler kurz antwortet. Bei der anschließenden Auswertung gebe ich ihm Tipps, wie er eine Lernblockade verhindern kann und was er tun kann, wenn er spürt, dass sein Gehirn beim Lernen nicht mehr richtig funktioniert.

    Ausgangssituation: Der Schüler ist im Begriff, zu Hause eine schulische Aufgabe zu erledigen.

     

    Der Schüler fragt sich selbst:

    Der Schüler beantwortet seine Frage:
    1. Welche Lernaufgabe(en) möchte ich jetzt erledigen? 1. Mathe: algebraische Gleichungen Englisch: If-Sätze
    2. Wie viel Zeit werde ich ungefähr dafür brauchen? 2. Mathe zwanzig, Englisch fünfzehn Minuten
    3. Sind alle Materialien, die ich gleich brauche, gut geordnet und griffbereit? 3. Nein, aber ich denke, ich werde sie schon finden.
    4. Sind alle Dinge, die mich vom Lernen ablenken könnten, außer Reichweite? 4. Nein, mein Smartphone bringe ich jetzt aus dem Zimmer. Um die anderen Sachen kümmere ich mich, bevor ich das nächste Mal lerne.
    5. Steht eine Flasche Mineralwasser oder ein anderes Getränk auf meinem Schreibtisch? 5. Ich weiß nicht, wofür das gut sein soll.
    6. Bietet mir mein Stuhl die Möglichkeit, entspannt und mit geradem Rücken zu sitzen? 6. Keine Ahnung
    7. Wie fühle ich mich körperlich? Bin ich fit zum Lernen oder eher träge? 7. Hatte letzte Nacht wenig Schlaf und bin ziemlich müde.
    8. Für wie sinnvoll halte ich die Aufgabe(n), die ich gleich erledigen möchte? 8. Beide finde ich sinnlos. Ich mache sie nur, weil ich muss.
    9. Wie groß ist meine Lust bzw. Unlust, jetzt mit dem Lernen zu beginnen? Verwende eine Skala von plus zehn (Lust) bis minus zehn (Unlust) 9. Mathe minus drei – Englisch minus sieben
    10. Wie atme ich gerade? Wie viel Luft tanke ich pro Atemzug? Ist die Atmung rhythmisch? Wie viele Atemzüge sind es pro Minute? 10. Keine Ahnung! Wie soll ich das wissen?
    11. Bin ich nun bereit, entspannt und konzentriert zu arbeiten, oder gibt es noch innere oder äußere Ablenkungen, die mich stören? 11. Was sind innere Ablenkungen? Von außen stört mich meine Schwester. Sie spielt Geige und trifft keinen einzigen Ton.
    12. Bin ich während des Lernens in der Lage, meine Konzentrationsfähigkeit ziemlich genau zwischen null und hundert Prozent einzuschätzen? 12. Nein! Sollte ich das?
    13. Weiß ich, wie ich durch Entspannung oder Auspowern meine Konzentrationsfähigkeit erhöhen kann, sobald sie stark nachlässt? 13. Ja, am besten funktioniert das, wenn ich meine WhatsApp-Nachrichten checke oder bei bestimmten Computerspielen.

    14. Weiß ich, was ich gleich nach dem Lernen mache?

    14. Treffe mich gleich mit meiner Klicke im Freibad.

    Vierzehn konkrete Tipps, wie Schüler Lernblockaden lösen können

    Meine Antworten an den Schüler

    Frage 1
    Tipp: Gut, dass du genau weißt, was du tun wirst. Kein Tipp erforderlich!

    Frage 2
    Tipp: Wenn du ungefähr einschätzen kannst, wie lange du für die Aufgaben brauchst, machst du alles richtig. Kein Tipp erforderlich!

    Frage 3
    Tipp: Wenn du hier nicht aufpasst, könnte das der erste Schritt in Richtung einer Lernblockade sein. Um das zu vermeiden, schau dir doch mal diese beiden   Texte an!:  Ineffiziente Lernorganisation und Effiziente Lernorganisation.

    Frage 4
    Tipp: Wenn du dem ersten Link unter Punkt 3 gefolgt bist, brauchst du keine weiteren Tipps.

    Falls du dich beim Lernen nicht oder nur schwer von deinem Smartphone oder Handy trennen kannst, geht es dir wie fast allen Schülern.

    Es gibt aber kaum etwas Tödlicheres für die Konzentration beim Lernen, als wenn es alle paar Minuten in deiner Hosentasche brummt und du dir die neusten Nachrichten anschaust. Wenn du das machst, sind Lernblockaden vorprogrammiert.

    Frage 5
    Tipp: Wenn du zu wenig trinkst, ergeht es deinem Gehirn ähnlich wie einer Pflanze, die nicht genug Wasser bekommt. Zum Glück welkt dein Gehirn nicht so schnell, doch es kann sich selbst beim Lernen blockieren. Kurze Hinweise dazu findest du unter Konzentrationstechniken. Wenn du noch skeptisch bist, dann recherchiere dazu selber im Internet. Dort wirst du die Warnung tausendfach bestätigt finden.

    Frage 6
    Tipp: Deine Eltern werden dir wahrscheinlich einen passenden Stuhl besorgt haben. Oft ist aber nicht der Stuhl das Problem, sondern die Art, wie man darauf sitzt. Wenn zum Beispiel dein Kinn sich beim Lernen immer mehr der Schreibtischplatte nähert, schaltet dein Gehirn allmählich vom Wach- in den Schlafmodus. Was das für deine Konzentrationsfähigkeit bedeutet, brauche ich dir wohl nicht zu erklären. Auch wenn es dir schwerfällt, achte beim Lernen darauf, dass dein Rücken möglichst gerade bleibt.

    Frage 7
    Tipp: Um eine Lern- oder Prüfungsblockade wegen fehlender Fitness zu vermeiden, folge dem Link unter Punkt 5!

    Frage 8
    Tipp: Es stimmt, dass man in der Schule viele Dinge lernen muss, die man im späteren Leben nicht braucht. Doch wenn du dir die Mühe machst, nach Anwendungsmöglichkeiten für das eingepaukte Wissen zu suchen, werden dir einige Sachen einfallen, wie zum Beispiel:
    Du freundest dich mit einem Jungen oder Mädchen an, der/das nur Englisch spricht. Wenn dein Gehirn diese Möglichkeit vor Augen sieht, wird es alle Vokabeln, die du lernst, viel schneller und besser abspeichern.
    Falls dir selber dazu nichts einfällt, frage deine Eltern oder eine andere vertraute Person. Merke dir: Ohne Sinn wird dein Denken beim Lernen schnell blockiert, mit Sinn kann es sogar Spaß machen.

    Frage 9
    Die Lust am Lernen schwankt innerhalb von Minuten, auch weil in unseren Köpfen jeden Augenblick andere Gedanken und Bilder auftauchen, die unsere Stimmung beeinflussen. Deshalb solltest du dich gelegentlich vor dem Lernen entspannt auf den Rücken legen und dabei vorstellen, was du gleich lernen wirst. Achte darauf, wie sich das in deinem Bauch anfühlt und entscheide dich dann für einen Plus- oder Minuswert von eins bis zehn.
    Sobald du diese Technik beherrschst, kannst du dir immer besser die Zeitpunkte aussuchen, die für dein Lernen besonders günstig sind. Das ist ein hervorragendes Mittel, um Lernblockaden gar nicht erst entstehen zu lassen.

    Frage 10
    Tipp: Das kann ich verstehen. Für einen Atemcheck braucht man jemanden, der die Messung durchführt. In der Regel tun das die Eltern. Der Check dauert nur wenige Minuten. Bevor du damit beginnst, solltest du wissen:
    Es gibt nichts, was einen so großen Einfluss auf das Entstehen und Auflösen von Lernblockaden oder Prüfungsblockaden hat, wie die Atmung.

    Anleitung:
    Lege dich entspannt auf den Rücken. Blähe deinen Bauch mehrmals so weit auf, wie es geht. Atme dann wieder normal. Deine Eltern beobachten nun den Unterschied. Kommt man bei der normalen Atmung auf die Hälfte oder mehr der Bläh-Atmung, dann tankst du offenbar ausreichend viel Sauerstoff pro Atemzug. Ist es nur ein Viertel oder weniger, dann könnte deine Sauerstoffversorgung grenzwertig niedrig sein.
    Die drei Schritte im Einzelnen:

    a. Deine Eltern notieren das Verhältnis von der Normal- zur Bläh-Atmung, zum Beispiel 40 Prozent.
    b. Deine Eltern zählen die Atemzüge, die du innerhalb von 30 Sekunden machst und multiplizieren das Ergebnis mit 2. Das ergibt die Atemfrequenz pro Minute. Bei Grundschülern sind 20 bis 30, bei Oberstufenschülern 15 bis 20 Atemzüge pro Minute normal. Ideal wäre eine Anzahl, die etwas niedriger ist als die unteren Werte.
    c. Während der Messung beobachten deine Eltern, ob du regel- oder unregelmäßig ein- und ausatmest und notieren das Ergebnis.

    Atemchecks sollten in gewissen Abständen wiederholt werden, da die Ergebnisse je nach Situation sehr unterschiedlich ausfallen können. Sollten alle oder einzelne Werte dauerhaft ungünstig sein, wäre es sinnvoll, regelmäßig entspannte Atemzüge einzuüben. Sollte auch das keine Besserung bringen, empfehle ich, die Atmung vom Hausarzt checken zu lassen.

    Frage 11
    Tipp: In diesem Text findest du hilfreiche Informationen zum Thema Ablenkungen und wie sie das Lernen blockieren können.

    Frage 12
    Tipp: Folge dem Link zum Thema Selbstbeobachtung.

    Frage 13
    Tipp: Hier gilt im Prinzip dasselbe wie für Punkt 4.
    Ich verstehe, dass du dich beim Lernen stark nach solchen Beschäftigungen sehnst. Du solltest sie im Laufe des Nachmittags oder Abends auch intensiv auskosten können. Doch wenn du beim Lernen kurze Pausen machst, würde es dir mehr bringen, wenn du dich in aller Ruhe beim Nichtstun entspannen oder dich durch Bewegung auspowern könntest, wie zum Beispiel auf einem Minitrampolin, mit einem Boxsack, oder indem du ein paar Kilometer auf deinem Fahrrad fährst.

    Der Hauptgrund, warum die von dir angewendete Methode das konzentrierte Lernen erschwert, liegt darin, dass das Gehirn nach anstrengendem Lernen vor allem Entspannung und Leere braucht, damit das Gehirn die Informationen besser speichern und verarbeiten kann.
    Eine Lernblockade ist die Rache deines Gehirns dafür, dass du ihm keine Ruhe gönnst!

    Probiere doch einfach mal verschiedene Formen der Pausengestaltung aus und entscheide dich dann für diejenige, die dir dabei hilft, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel zu lernen.

    Frage 14
    Tipp: Das ist eine super Idee! Dein Gehirn braucht etwas, auf das es sich freuen kann, wenn das lästige Lernen endlich vorbei ist. Dann bist du viel motivierter und lernst leichter. Wenn du dann auch noch darauf achtest, dass du dich beim Lernen immer wieder neu konzentrierst, während du mit deinen Gedanken und Gefühlen bereits im Schwimmbad bist, dann machst du alles richtig!

    Die Belohnung für deine Arbeit:
    Wenn du als Schüler oder Student auch nur einige dieser Tipps für dein persönliches Lernen anwendest, wird dir das Lernen danach leichter fallen und Lernblockaden wie Prüfungsblockaden werden immer seltener auftauchen. Wenn du mit der Umstellung beginnst, dürfte dir das am Anfang ziemlich schwerfallen. Schau einfach nicht auf die Dinge, die dir noch nicht so recht gelingen wollen, sondern auf die Punkte, die du erfolgreich umgesetzt hast und von denen du dein Leben lang profitieren wirst, egal ob sie zehn, fünfzig oder neunzig Prozent der Verbesserungsmöglichkeiten ausmachen!